Erdrutsch bei Bever – Albulalinie bis Freitagabend teilweise unterbrochen

- Die Albulalinie der Rhätischen Bahn (RhB) ist nach einem Erdrutsch im Val Bever derzeit unterbrochen.
- Die Strecke zwischen Bergün / Preda und Samedan bleibt mindestens bis Freitagabend, 22 Uhr, für den Bahnverkehr gesperrt.
- Die Räumungsarbeiten wurden bereits aufgenommen.
Ein heftiges Gewitter hat am Mittwochabend im Val Bever im Oberengadin nördlich von Samedan und St. Moritz einen Erdrutsch ausgelöst. Die Albulalinie zwischen St. Moritz und Chur der Rhätischen Bahn (RhB) ist zwischen Bever und Spinas schwer beschädigt. Personen kamen nach bisherigen Erkenntnissen keine zu Schaden.
Beeinträchtigungen im Bahnverkehr
Gemäss der Website der SBB und der RhB ist die Linie zwischen Chur und Samedan unterbrochen (Bernina Express, PEBEX). Weiter betroffen sind die Linien IR38 und RE38 zwischen Preda (Bergün) und Samedan (durch den Albulatunnel). Reisende müssen mit Verspätungen, Ausfällen und Umleitungen rechnen. Die Störung dauert gemäss Angaben der RhB bis mindestens Freitagabend 22 Uhr. Am Bahnhof Spinas fallen alle Züge aus und es besteht kein Ersatzverkehr.
Die Züge des Bernina Express (Chur – Tirano I) und des Glacier Express (Zermatt – St. Moritz via Chur) sowie Güterzüge werden über die Vereinalinie umgeleitet.
Gleiskörper massiv unterspült
Nach bisherigen Erkenntnissen lösten sich am Crasta Mora, einem 2952 Meter hohen Berg nordwestlich von Bever, mehrere tausend Kubikmeter Gestein, Schlamm und Bäume. Die Massen stürzten ins Tal und stiessen bis in den Fluss Beverin vor. Durch das angeschwemmte Material wurde das Flussbett teilweise blockiert.
Die Wassermassen stauten sich zurück und es bildete sich ein See. Das Wasser suchte sich daraufhin einen neuen Weg und floss über das unmittelbar danebenliegende Bahngleis der Rhätischen Bahn. Dabei wurde der Gleiskörper teilweise massiv unterspült.
Erste Räumungsarbeiten begannen schon am Mittwochabend. Angehörige der Feuerwehr Samedan-Pontresina sicherten in der Nacht die Zufahrtswege und kontrollierten das betroffene Gebiet.
Geleise rasch trockenlegen
Mit einem bereits eingesetzten Raupenbagger wird das ursprüngliche Flussbett des Beverins wieder freigelegt. Ziel ist es, das Wasser zurück in seinen ursprünglichen Lauf zu führen und die Gleise möglichst rasch trockenzulegen. Anschliessend können die Schäden an der Bahninfrastruktur genauer beurteilt und die notwendigen Reparaturarbeiten ausgeführt werden.
Wie hoch der entstandene Sachschaden ist, lässt sich derzeit noch nicht beziffern. Sichtbar ist jedoch, dass das Bahntrassee auf einer Länge von rund 300 Metern teilweise unterspült und beschädigt wurde. Im Verlauf des Donnerstags soll das genaue Ausmass der Schäden an der Gleisanlage beurteilt werden.
Aufgrund des Ausmasses der Schäden ist davon auszugehen, dass die Bahnstrecke zwischen Bever und Spinas mindestens bis Ende dieser Woche für den Zugverkehr gesperrt bleiben dürfte. Wann die Strecke wieder vollständig befahrbar sein wird, hängt vom Verlauf der Räumungs- und Instandsetzungsarbeiten ab.
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