«Warum kostet es dieses Jahr?» – Ärger über Eintritt am Bächlihof

- Besucher des Bächlihofs in Jona SG werden von der neuen Billettpflicht überrascht.
- Die Jucker Farm AG führt den Eintritt in Jona zur Kürbisausstellung erstmals ein – acht Franken unter der Woche, zehn Franken am Wochenende.
- Stammgäste erhalten eine Gratiskarte und können die Ausstellung weiterhin kostenlos besuchen.
- Die Kürbisausstellung dauert vom 12. September bis zum 1. November.
«Der Bächlihof hat nicht wirklich mehr zu bieten als letztes Jahr. Ich frage mich, warum es dieses Jahr kostet», sagt Astrid. Die 58-Jährige besucht den Bächlihof jedes Jahr. «Das ist für mich, Michelle und den vierjährigen Jungen bereits zur Tradition geworden.» Diese möchte sie gerne weiterführen.
Erstmals ist der Zutritt zum Bächlihof in Jona SG während der Kürbisausstellung kostenpflichtig. Das berichtete die «Linth-Zeitung». Kauft man die Tickets online, kostet der Eintritt unter der Woche acht Franken pro Person, am Wochenende zehn Franken. Vor Ort sind die Tickets noch etwas teurer. Kinder bis zwölf Jahre können die Ausstellung weiterhin kostenlos besuchen.
«Der Ticketpreis ist viel zu hoch», sagt die 58-Jährige zu 20 Minuten. Sie verstehe nicht, weshalb zusätzlich Eintritt verlangt werde, wenn die Gastronomie bereits teuer sei. «Ein Ausflug in den Bächlihof ist nun wirklich sehr teuer geworden.»
Besuch des Restaurants nicht mehr gratis
«Zum Bächlihof gehe ich wegen des Restaurants», sagt die 23-jährige Fabienne zu 20 Minuten. Bisher habe sie den Bächlihof wegen der Stimmung und des guten Vibes im Herbst besucht. «Während der Kürbisausstellung gehe ich künftig nicht mehr hin.» Zehn Franken seien ihr zu teuer, wenn sie nur das Restaurant besuchen wolle.
Anders sähe es aus, wenn sie für die Kürbisausstellung anreisen würde. Dann könnte sich die 23-Jährige einen Ausflug vorstellen und auch etwas in der Gastronomie konsumieren. «Der Bächlihof könnte einen Bereich des Restaurants abtrennen. So könnten Leute die Gastronomie besuchen, ohne direkt zehn Franken zu bezahlen», schlägt sie vor.
«Der Preis hat mich überrascht»
Daniela (37) sieht es ähnlich: «Der Preis hat mich überrascht.» Grundsätzlich findet sie es berechtigt, Eintritt zu verlangen. Das Problem sieht sie beim hohen Preis und beim Unterschied zwischen Onlinekauf und Kauf vor Ort.
«Ich konnte das Ticket am Eingang zum Glück noch online kaufen. Sonst wäre es drei Franken teurer gewesen», sagt die St. Gallerin zu 20 Minuten. Sie habe auch von Leuten gehört, die ihr Ticket nicht online lösen konnten. Sie mussten deshalb drei Franken mehr pro Person bezahlen.
Viele zeigen Verständnis
«Grüezi mitenand, habt ihr bereits ein Ticket?», begrüsst Sybille (41) die Besucher am Eingang des Hofes. Sie weist die Besucher auf die neue Billettpflicht hin. Einige haben bereits online gebucht. Wie 20 Minuten vor Ort beobachtet, wussten andere nichts vom neuen Eintritt.
Sybille erklärt ihnen: «Das Ticket können Sie online kaufen, dann ist es günstiger. Oder Sie kaufen es bei mir gegen einen Aufpreis bar oder mit Karte.» Zugleich bietet sie den Gästen an, ihnen beim Onlinekauf über einen QR-Code zu helfen.
Während des Besuchs von 20 Minuten entscheiden sich zwei Frauen gegen den Eintritt und verbringen den Nachmittag anderswo. «In dem Fall gehen wir wieder», so der Kommentar der beiden. Laut Sybille ist es das erste Mal, dass Gäste wegen des Preises wieder gehen. «Logisch gibt es Leute, die es nicht verstehen. Aber meistens sind die Leute verständnisvoll und akzeptieren die neuen Ticketpreise.» Für sie ist klar: «Die Leute gehen immer positiv nach Hause.»
Mehr Planungssicherheit
Wie die Jucker Farm AG auf Anfrage von 20 Minuten schreibt, gibt es einen Grund für die Einführung der Billette: Für den Verkauf vor Ort brauche es mehr Personal. «Zudem möchten wir einen Anreiz setzen, das Ticket frühzeitig online zu kaufen – so haben wir mehr Planungssicherheit.»
Der «kleine Bruder» wurde immer beliebter
Der Juckerhof in Seegräben ZH gehört wie der Bächlihof in Jona SG zur Jucker Farm AG. Ersterer führte den kostenpflichtigen Eintritt zur Kürbisausstellung bereits 2024 ein. «Der Bächlihof war lange der ‹kleine Bruder› des Juckerhofs. Doch in den letzten Jahren ist der Hof in Jona immer beliebter geworden und zieht viele Besucherinnen und Besucher an», so Nadine Gloor, Verantwortliche für Marketing und Kommunikation.
Weil die Qualität des kleineren Betriebs gestiegen sei, habe sich das Unternehmen entschieden, auch in Jona Eintritt zu verlangen. Der Juckerhof biete mehr Angebote. Deshalb sei der Eintritt in den Bächlihof günstiger als in Seegräben.
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Für Stammgäste bleibt die Ausstellung gratis
Nach der Kürbisausstellung sind beide Höfe wieder kostenlos zugänglich. «Im Winter ist der Hof oft leer, da kommen keine Besucherinnen und Besucher von weither. Dann sind wir dankbar für unsere treuen Gäste, die auch kommen, wenn es regnet, schneit und eiskalt ist!», erklärt Gloor.
Stammgäste können auch während der Kürbisausstellung mit einer Gratiskarte kostenlos auf den Hof und ins Restaurant. «Es ist ein Goodie für unsere Stammgäste.»
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Vanessa Figi (vfi), Jahrgang 2004, arbeitet seit Juli 2026 als Praktikantin beim Ressort Ostschweiz.
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