Im Westjordanland verletzt: Israels US-Botschafter bangt um seinen Sohn

Im Westjordanland verletztIsraels US-Botschafter bangt um seinen Sohn
24.09.2026, 02:11 Uhr
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An einem Kontrollpunkt bei Ramallah rast ein Auto auf einen Soldaten zu und verletzt ihn lebensgefährlich. Der junge Mann ist der Sohn des israelischen Botschafters in den USA. Yechiel Leiter hat bereits einen Sohn in Gaza verloren.
Der Sohn des israelischen Botschafters in den USA ist bei einem Angriff im besetzten Westjordanland schwer verletzt worden. "Neria braucht ein Wunder", schrieb der Diplomat Yechiel Leiter im Onlinedienst X. Der Reservist wurde bei einem Angriff mit einem Auto an einem Kontrollpunkt westlich von Ramallah verletzt. Der Angreifer raste auf den Soldaten und eine Polizistin zu, als diese gerade ein anderes Fahrzeug kontrollierten.
Der Angreifer wurde von Einsatzkräften erschossen. Israelische Medien berichteten unter Berufung auf das Krankenhaus, in dem der verletzte Soldat behandelt wurde, dieser schwebe nach einer Hirnoperation in Lebensgefahr.
Nach Angaben seines Büros besuchte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu den Sohn des Botschafters im Krankenhaus, bevor er zur UN-Generaldebatte nach New York aufbrach. "Meine Frau Sara und ich beten gemeinsam mit allen Menschen in Israel für ein Wunder", erklärte Netanjahu auf X.
Leiter erklärte, sein Sohn Neria habe weiterhin als Reservist gedient, nachdem sein älterer Bruder im November 2023 beim Einsatz im Gazastreifen getötet worden war. Der israelische Sender Kan berichtete, der Botschafter hätte eigentlich am Donnerstag Netanjahus Rede vor der UN-Vollversammlung verfolgen sollen, sei aber stattdessen zurück nach Israel geflogen, um seinen Sohn im Krankenhaus zu besuchen.
Hamas lobt Anschlag
Die islamistische Terrororganisation Hamas lobte den Anschlag als "heroische Operation". Es handele sich um eine "natürliche Reaktion" auf Angriffe radikaler israelischer Siedler. Die Organisation rief zu verschärftem "Widerstand in all seinen Formen und mit allen Mitteln" gegen die Besatzung und Siedler im arabisch geprägten Ostteil Jerusalems und im Westjordanland auf.
Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg weiter verschärft. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden dort seitdem mehr als 1.100 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und eigenen Anschlägen getötet. Auch die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser hat deutlich zugenommen.
Israel hält das Westjordanland seit dem Sechstagekrieg 1967 besetzt. Dort leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler. Die Siedlungen sind nach dem Völkerrecht illegal.
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