Zwei Deutsche erhalten den Nobelpreis für Medizin
Der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2026 wird an drei Forscher verliehen: Die beiden deutschen Forscher Peter Hegemann und Georg Nagel und der US-Wissenschaftler Karl Deisseroth erhalten den Preis zu gleichen Teilen für ihre Arbeit im Bereich der Optogenetik.
Die Preisträger haben den Grundstein für eine neue Ära in den Neurowissenschaften gelegt, begründete die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften ihre Entscheidung. „Die Optogenetik bietet Möglichkeiten, das Gehirn auf eine Weise zu kartieren, von der wir früher nur träumen konnten“, sagte Per Svenningsson, Vorsitzender des Nobelkomitees für Physiologie oder Medizin.
Die Optogenetik ist ein Verfahren, um zelluläre Aktivität, zum von Beispiel Neuronen, mithilfe von Licht zu kontrollieren. Damit lässt sich zeigen, wie Nervenzellen im lebenden Gehirn Erinnerungen, Gefühle und Verhaltensweisen formen. Hegemann und Nagel entdeckten in einer einzelligen Alge das Protein Channelrhodopsin, das Zellen empfindlich für Licht macht. Deisseroth setzte das Gen für dieses Protein in Neuronen von Ratten ein. Dadurch bekam er einen lichtgesteuerten Schalter, mit dem er Nervenzellen aktivieren konnte.
Neuronale Schaltkreise im Gehirn entdeckt
Die Steuerung von Nervensignalen mit Licht wird inzwischen als Optogenetik bezeichnet. Mithilfe dieser Methode haben neuronale Schaltkreise entdeckt, die Erinnerungen, Gefühle und Verhaltensweisen steuern, die für neurologische und psychiatrische Störungen relevant sind. Daneben nutzen Forscher Optogenetik, um das Sehvermögen von Menschen mit Sehbehinderungen wiederherzustellen.
Peter Hegemann wurde am 11. Dezember 1954 in Münster geboren und hat seit 2004 eine Professur an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sein Kollege Georg Nagel, geboren am 24. August 1953, ist seit 2004 Professor an der Universität Würzburg. Karl Deisseroth wurde am 18. November 1971 in Boston im US-Bundesstaat Massachusetts geboren und lehrt seit 2005 an der Stanford University.
Hegemann, Nagel und Deisseroth teilen sich den Preis zu gleichen Teilen und erhalten jeweils ein Drittel des Preisgeldes. Das hat die Nobelstiftung gerade auf zwölf Millionen schwedische Kronen, umgerechnet etwa eine Million Euro, angehoben. Anlass ist das 125-jährige Bestehen des Nobelpreises. Der Preisübergabe findet am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel, im Rathaus von Stockholm statt.
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