«Unsere Zeit ist um»: Das funkte die Crew vor dem Crash

- Beim Absturz eines Learjets in Greenacres bei Palm Beach (Florida) sind alle neun Insassen ums Leben gekommen.
- Die Maschine stürzte nach Problemen mit Eis und Turbulenzen praktisch vertikal auf eine Strasse.
- Am Boden wurde laut US-Medien niemand verletzt, die Unfallursache ist noch unklar.
In den USA sind beim Absturz eines Privatjets in einem dicht besiedelten Gebiet neun Personen ums Leben gekommen. Der Learjet war in Texas gestartet und hatte die Bahamas als Ziel. Über Palm Beach im US-Bundesstaat Florida kam es aber zu Problemen – kurze Zeit später stürzte das Flugzeug praktisch vertikal auf eine Strasse und zerschellte dort.
Der Funkverkehr zwischen der Besatzung des Learjets und dem Bodenpersonal zeigt, wie schnell die Lage ausser Kontrolle geriet. Zunächst meldete die Pilotin gegenüber dem Flugverkehrskontrollzentrum Miami, dass man mittelmässige Turbulenzen beobachte und sich am Flugzeug eine leichte transparente Eisschicht bilde, die aber keine grösseren Probleme mache.
So schnell stürzte der Privatjet zu Boden
Wenig später funkte der Pilot, dass es nun auch zu Niederschlag komme und die Maschine aufsteigen müsse, und erhielt die entsprechende Erlaubnis vom Bodenpersonal. Dann spitzte sich die Lage zu: «Wir sinken 8000 Fuss pro Minute (2400 Meter). Mayday, Mayday. Wir sinken 10’000 Fuss pro Minute (3000 Meter). Wir melden einen Notfall. Wir sinken 20’000 Fuss pro Minute (6000 Meter)», zitiert Fox 13 aus dem Funkprotokoll.
«Wir werden in den Boden krachen», warnt die Pilotin, während das Bodenpersonal seine Hilfe anbietet. «Wir sinken 22’000 Fuss pro Minute (6700 Meter) und neigen uns um 60 Grad. Schaut nach draussen.»
Aufprall mit 1000 Stundenkilometern
Danach folgt laut der «New York Post» die letzte Nachricht der Flugzeugbesatzung: «Heilige Sch***, unsere Zeit ist um», schrie die Pilotin demnach, bevor das Flugzeug nach jetzigem Kenntnisstand mit etwa 1000 Stundenkilometern auf der Strasse in Greenacres zerschellte.
Alle neun Personen, die sich an Bord der Maschine befanden, waren sofort tot. Über ihre Identität ist noch nichts bekannt, ebenso wenig über die genaue Unfallursache. Obwohl der Jet auf einer viel befahrenen Strasse unmittelbar neben einem Wohnwagenpark aufschlug, kamen am Boden laut US-Medien keine Personen zu Schaden.
Riesiger Krater in Strasse
Wie heftig der Aufprall war, zeigt auch der entstandene Krater: Am Strassenrand klafft ein etwa einen Meter tiefes Loch mit drei bis vier Metern Durchmesser, während im Krater noch immer Flammen lodern. Von Trümmern ist am Absturzort selber nur wenig zu sehen: Die Fragmente des Flugzeugwracks wurden beim Aufprall weitum verteilt.
Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?
Hier findest du Hilfe:
Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen
Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.
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