Hybridelektrisches Tragflächenflugzeug startet und landet auf kurzen Heliport
Das US-Unternehmen Electra hat die Start- und Landemöglichkeiten seines hybridelektrischen Tragflächenflugzeugs Electra Ultra Short EL2 auf einem Heliport in Downtown Manhattan in New York demonstriert. Dem Ultra-STOL (Ultra-Short-Takeoff-and-Landing) gelang es auf einem Heliport für senkrecht aufsteigende und landende Fluggeräte wie Helikopter oder VTOLs (Vertical Take-Off and Landing) auf einer kurzen Rollbahn zu landen und zu starten. Mit der Demonstration hat Electra gezeigt, dass keine komplizierte VTOL-Technik in der Luftfahrt vonnöten ist, um kleine, regionale Passagierflugzeuge in urbanen Räumen zu betreiben.
Das Electra EL2 ist ein zweisitziger Demonstrator eines hybridelektrischen Tragflächenflugzeugs mit einer Spannweite von etwa 11 m. Die Tragfläche stammt von einer Cessna 172 und wurde für extreme Langsamflugeigenschaften modifiziert. Das Startgewicht der Maschine beträgt etwa 1400 kg. Angetrieben wird es von acht Elektromotoren, die von einer mit einem Turbogenerator geladenen Batterie den Strom erhalten. Der Turbogenerator arbeitet mit Wasserstoff. Bei Starts und Landungen erfolgt der Antrieb rein batterieelektrisch für eine geringere Geräuschentwicklung in urbanen Räumen.
Langsamflugeigenschaften
Die EL2 landete auf dem etwa 91 m langen Downton Skyport Lower Manhattan in New York. Der Landeplatz ist für senkrechtstartende Helikopter und eVTOLs gedacht. Dem EL2 gelang es, auf kurzer Distanz zu landen und zu starten. Das Flugzeug nutzt dazu die Blown-Lift-Technik, bei welcher der Luftstrom der Propeller über die gesamte Oberseite der Tragfläche geblasen wird, um dadurch zusätzlichen Auftrieb zu erzeugen. Damit sind extrem niedrige Fluggeschwindigkeiten von weniger als 25 Knoten (etwa 46 km/h) bei der Landung möglich, ohne dass es dabei zum Strömungsabriss kommt. Laut Herstellerangabe gelinge eine Landung auf einer Rolllänge von 45 m. Die gleiche Distanz benötigt das Flugzeug auch für einen Start.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes YouTube-Video (Google Ireland Limited) geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (Google Ireland Limited) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Das Unternehmen beabsichtigt, diese Fähigkeit auf ein etwa doppelt so großes Flugzeug, die EL9, zu übertragen. Dieses Flugzeug befindet sich bereits in der Entwicklung und soll Platz für zwei Piloten und neun Passagiere bieten. Alternativ soll damit auch Fracht bis zu etwa 1360 kg transportiert werden können.
„Direct Aviation“
Der Plan von Electra ist es, das Flugzeug für Regionalflüge zwischen urbanen Räumen zu vermarkten. Dadurch können Städte mittels „Direct Aviation“ schneller miteinander verbunden werden, was für Zeiteinsparungen bei Pendlern führen soll, die sich sonst mit überfüllten Flughäfen und verstopften Straßen herumplagen müssen.
Electra benötigt für das geplante Ultra-STOL für Regionalflüge keine langen Landebahnen. Prinzipiell könne es auf bestehenden Helikopterlandeplätzen, auf Schiffen, Felder und Parkplätze landen, deren Anflug frei und die groß genug sind. Der Vorteil: Solche Plätze befinden sich näher an urbanen Lebensräumen als herkömmliche Flughäfen und sind damit schneller zu erreichen. Electra arbeitet dazu eng mit der US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) in einem Pilotprogramm zusammen. Flugtests an verschiedenen Orten wie etwa in der Innenstadt von Charleston, auf dem Bader Field in Atlantic City und im Snowshoe Mountain Resort hätten gezeigt, dass sich das Flugzeug auf kurzen Lande- und Startbahnen einsetzen lässt.
Electra verweist auf weitere Vorzüge des Flugzeugs: Es sei ähnlich zugänglich wie ein Helikopter, sei leise und sicher im Betrieb, könne Nutzlast transportieren und biete eine hohe Reichweite von etwa 500 nautische Meilen (rund 800 km). Die EL9 soll dann eine ähnliche Reichweite zwischen 480 und 500 nautische Meilen (etwa 889 bis 926 km) haben. Diese Eigenschaften machen das Flugzeug nicht nur für zivile, sondern auch für militärische Anwendungen interessant.
Nach Angaben von Electra haben mehr als 60 Fluggesellschaften bereits Interesse daran bekundet, „Direct Aviation“ einsetzen zu wollen. Zudem seien Flughafenbetreiber, Luftfahrtdienstleister und Projektentwickler an einer Zusammenarbeit interessiert, um entsprechende Luftfahrtanbindungen an städtische Räume zu schaffen.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.