Swiss will ihren Problemflieger Airbus A220 loswerden

Dauerärger mit Triebwerken
Swiss will ihren Problemflieger Airbus A220 loswerden
Die Swiss beendet die Ära der Airbus A220. Bis 2027 verschwinden die A220-100-Maschinen vollständig aus der Flotte. Und auch die 21 A220-300 haben keine Zukunft mehr. Stattdessen setzt die Lufthansa-Tochter auf die Airbus A320-Neo-Familie.
Publiziert: vor 16 Minuten
- Swiss trennt sich von allen Airbus A220, bis 2027 vollständig ausgemustert
- Triebwerksprobleme und hohe Kosten durch unterschiedliche Flugzeugtypen entscheidend
- 21 grössere A220-300 folgen erst in den 2030er-Jahren
Patrik BergerRedaktor Wirtschaft
Die Swiss und ihre Airbus A220? Das ist eine komplizierte Angelegenheit! 2016 war die Lufthansa-Tochter die erste Airline, die die damalige C-Series von Bombardier in Betrieb nahm. Das Flugzeug galt als Hoffnungsträger der Luftfahrtindustrie, wurde später von Airbus übernommen und in A220-100 umbenannt. Doch so richtig durchgestartet ist die Swiss nie damit. Schuld daran sind Probleme bei den Pratt-&-Whitney-Triebwerken des Typs PW1500G.
Immer wieder blieben die Flugzeuge, welche die Swiss eigentlich auf der Kurzstrecke einsetzen wollte, am Boden, weil die Triebwerke überprüft oder ersetzt werden mussten. Vor einem Jahr zog die Airline die Reissleine und groundete alle neun Problemflieger Airbus A220-100. Die 18 Triebwerke wollte man für die grösseren A220-300 Flieger nutzen. Von diesen hat die Schweizer Fluggesellschaft derzeit 21 Maschinen im Einsatz. Damit steige die Einsatzbereitschaft der A220-300-Flotte, begründete die Swiss den damaligen Schritt.
Im Juni hat die Swiss dann auch zwei A220-100 ausgeschlachtet. Die Flieger mit den Kennungen HB-JBC und HB-JBD enden im Ersatzteillager – obwohl sie noch längst nicht am Ende ihrer Lebensdauer angelangt sind.
Swiss will Kosten sparen
Jetzt ist endgültig Schluss. Die Swiss trennt sich von sämtlichen Airbus A220, wie das Aviatikportal «Aerotelegraph» berichtet. Keiner der neun kleinen Airbus-Maschinen mit je 125 Plätzen wird in den regulären Flugbetrieb zurückkehren. Fünf Maschinen sind bereits ausser Betrieb. Die letzten vier verschwinden mit Beginn des Winterflugplans 2027 endgültig.
Doch damit nicht genug: Auch die 21 grösseren A220-300 (145 Plätze) haben bei Swiss keine Zukunft mehr. Sie sollen allerdings erst in den 2030er-Jahren ausgemustert werden. Damit zeichnet sich das Ende einer von Komplikationen begleiteten Flugzeug-Ära ab.
Dabei geht es längst nicht mehr nur um die anfälligen Triebwerke. Swiss-Finanzchef Dennis Weber (46) sagt zu «Aerotelegraph», dass unterschiedliche Flugzeugtypen die Kosten in die Höhe treiben. Piloten brauchen zusätzliche Schulungen, Mechaniker spezielle Qualifikationen – und die Airline muss mehr Ersatzteile lagern.
Wie gehts weiter? Künftig will die Swiss auf der Kurzstrecke stärker auf Airbus A320 Neo und A321 Neo setzen. Die frei werdenden Kapazitäten könnten durch zusätzliche Maschinen dieser Typen ersetzt werden. Wohin die ausgemusterten A220 kommen, ist noch offen. Innerhalb der Lufthansa-Gruppe könnten sie bei ITA Airways oder Lufthansa City Airlines eine neue Heimat finden.
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