Tourismus im Aargau – Sissi-Fans sollen die Wiege der Habsburger entdecken

Der Kanton Aargau ist für vieles bekannt, unter anderem für seine Schlösser. Hier stehen die Mittelalterschlösser Lenzburg, Wildegg, Hallwyl und Habsburg. Viele davon sind bereits Besuchsmagnete. Neu will der Kanton den Aargau auch als Stammlande der Habsburger gezielt vermarkten und quasi vom Sissi-Kult profitieren.
Touristische Angebote in Aargauer Schlössern
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Bild 1 von 4. Schloss Hallwyl in Seengen ist nicht nur für die Ausstellungen und Hochzeiten im Innenhof bekannt. Hier gibt es auch viele Gruppen, die die Schnitzeljagd «Foxtrail» absolvieren. Bildquelle: SRF/Christiane Büchli.
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Bild 2 von 4. Schloss Lenzburg und das Maskottchen, Schlossdrache «Fauchi», sind vielen Familien bekannt. Auch die Märkte finden hier statt. Bildquelle: SRF/Christiane Büchli.
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Bild 3 von 4. Mittelaltermärkte, Musikanlässe, Hochzeiten – Schloss Lenzburg ist während der Saison meist gut gebucht. Bildquelle: SRF.
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Bild 4 von 4. Schloss Wildegg thront hoch über der Gemeinde, auf einem Hügel, ähnlich wie Schloss Lenzburg. Auch hier finden viele Events statt. Bekannt ist das Barockschloss unter anderem für die prächtigen Gärten. Bildquelle: SRF/Christiane Büchli.
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Im Jahr 1030 wurde auf Schloss Habsburg im Aargau der Grundstein für die Habsburger Dynastie gelegt. Bekanntestes Aushängeschild der Adelsfamilie: Kaiserin Sissi, auch bekannt aus den «Sissi»-Filmen. Ob die Kaiserin von Österreich je im Aargau war, ist nicht klar. Sie reiste allerdings mehrmals durch die Schweiz, nach Genf, ins Tessin oder nach Zürich.
Mit «zwölf eindrücklichen Schauplätzen aus der Frühzeit der Habsburger» vor rund tausend Jahren will der Kanton Aargau auf die Zeit der Habsburger im Aargau aufmerksam machen. Nebst den Schlössern sind auch das Kloster Muri und die Altstädte Brugg, Laufenburg oder Rheinfelden Teil der kulturhistorischen Marke «Stammlande der Habsburger».
Lanciert hat diese neue Marke ein Verein, der sich für die Vermarktung der Habsburgergeschichte im Aargau einsetzt. «Mit neuen Ideen, Angeboten und Projekten soll das Erbe für Menschen aus nah und fern sichtbar und erlebbar werden», teilt der Verein mit. Diese Woche erfolgte der Startschuss für die neue Marke. Ab 2027 will der Verein auch touristische Kooperationen mit dem Elsass oder Baden-Württemberg anstreben.
Warum erst jetzt?
Doch es stellt sich die Frage, warum die Geschichte der Habsburger im Aargau bisher eher stiefmütterlich behandelt wurde. Prominente Besucher gab es beispielsweise auf der Habsburg auch schon in der Vergangenheit immer wieder.
Georg Matter, Leiter der Abteilung Kultur des Kantons Aargau, sagt dazu: «Das Narrativ, dass die Eidgenossenschaft sich gegen die Österreicher – was die Habsburger eigentlich sind – hat wehren müssen, ist stark verankert. Die Tatsache, dass die Familie der Habsburger auch eine Schweizer Familie ist, hat man schlichtweg nicht thematisiert.»
Die Tatsache, dass die Familie der Habsburger eigentlich auch eine Schweizer Familie ist, hat man schlichtweg nicht thematisiert.
Es sei also höchste Zeit, dies zu ändern. Für den Aargauer Kulturdirektor Georg Matter steckt im Erbe der Habsburger noch viel Potenzial. Die Geschichte der kaiserlichen Familie könne dazu beitragen, den Kulturtourismus im Kanton zu stärken. «Die Fans der Habsburger wissen natürlich von diesen Orten, aber ich denke, dass dieses Projekt das Potenzial hat, ein grösseres Publikum anzulocken.»
Geschichte der Habsburg im Aargau
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Die Sage erzählt, ein entflogener Jagdvogel habe Graf Radbot den Platz für seine Burg gezeigt: Er errichtete auf dem Wülpelsberg über der Aare seine «Habichtsburg».
Gesichert ist, dass die frühen Habsburger von ihrer Rodungsburg aus ihre Grundherrschaft verwalteten. Dazu gehörte das spätere Eigenamt, ein Gebiet zwischen Aare, Reuss und Limmat, wie das Museum Aargau auf seiner Website schreibt. Was als befestigter Bauernhof begann, bauten die Habsburger schon bald zur monumentalen Doppelburg aus.
Nach 1200 war die Habsburg vollendet. «Vordere wie hintere Burg verfügten über je einen Wohnbau, überragt von flankierenden Türmen. Wenig später verliess das Gründergeschlecht die Burg», heisst es auf der Website weiter.
Verlagerung nach Österreich
Rudolf I. bestieg 1273 als erster Habsburger den Thron des römisch-deutschen Reiches. Mit ihm verlagerte sich das habsburgische Machtzentrum nach Österreich.
1415 verlor Habsburg den Aargau – ausser dem Fricktal – an die Eidgenossenschaft. Die vordere Burg war schon im Lauf des 13. Jahrhunderts zerfallen.
Seit 1804 ist die Habsburg im Besitz des Kantons Aargau.
(Quelle: museumaargau.ch)
Der Aargau macht seine Rolle als Stammland der Habsburger also ab sofort sichtbarer. Unter anderem gibt es szenische Führungen an verschiedenen Schauplätzen – sogar eine mit Sissi. Auch wenn die echte Sissi die Habsburg wohl eher nicht besucht hat.
China interessiert sich auch für Habsburg
Die grosse Ausstrahlung der Habsburger zeigte sich auch schon 2019. Damals rückte die Habsburg in den Fokus des chinesischen Vizepräsidenten: Wang Qishan kam im Rahmen seines WEF-Besuchs mit seiner Delegation aufs Schloss Habsburg. Er sei Historiker und interessiere sich speziell für die Habsburger und ihr Schloss als Stammlande, sagte Wang Qishan damals bei seinem Besuch.
2020 wurde bekannt, dass Schloss Habsburg und Zhangbi Castle im Nordosten Chinas eine Schlosspartnerschaft eingehen. Man erhofft sich einen Wissensaustausch und auch mehr Bekanntheit für die Habsburg im Ausland.
Regionaljournal Aargau Solothurn, 18.9.2026, 17:30 Uhr ; buec;heir;stat;liea
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