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Thursday, September 17, 2026

Mädchenschule bombardiert – UNO-Bericht sieht mögliche US-Kriegsverbrechen im Iran

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  • Zwei US-Luftangriffe in der frühen Phase des Iran-Kriegs könnten nach Einschätzung einer UNO-Kommission als Kriegsverbrechen eingestuft werden.
  • Das geht aus einem Bericht einer unabhängigen UNO-Untersuchungsmission hervor.
  • Sowohl der Angriff auf eine Mädchenschule in Minab als auch derjenige auf einen Sportkomplex in Fars seien willkürliche, tödliche Angriffe auf die Zivilbevölkerung gewesen, heisst es.

Bei dem Angriff auf die Schule waren nach offiziellen Angaben 168 Menschen getötet worden – über die Hälfte Schulkinder. Die UNO-Kommission spricht unter Berufung auf unabhängige Berichte von insgesamt 157 Toten.

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  • Bild 1 von 2. Ein von der iranischen Auslandspressestelle zur Verfügung gestelltes Bild zeigt die Vorbereitung von Gräbern für die Opfer des Luftangriffs auf die Schule in Minab. (Bild vom 3.3.2026). Bildquelle: Iranische Auslandspressestelle via EPA.

    Luftaufnahme eines Feldes mit gegrabenen Gräbern und einem Bagger, umgeben von Menschen und Fahrzeugen.
  • Bild 2 von 2. An diesem Ort töteten die US-Luftstreitkräfte Ende Februar Dutzende Kinder. Die UNO wirft den USA vor, fahrlässig gehandelt zu haben. Bildquelle: Imago / Anadolu Agency.

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US-Streitkräfte hätten dabei nicht nur aufgrund veralteter Informationen gehandelt. «Die USA haben den Angriff auf das Gebäude der Schule unter Bewusstsein eines erheblichen Risikos angeordnet, ein ziviles Objekt zu treffen, und fahrlässig gehandelt», schreibt die Kommission. Der Bericht soll dem UNO-Menschenrechtsrat in Genf vorgelegt werden.

22 Tote bei Angriff auf Sportkomplex – die USA schweigen

Bei einem weiteren Angriff auf einen Sportkomplex in Lamerd in der Provinz Fars seien nach offiziellen Angaben 22 Menschen getötet worden, heisst es in dem Bericht. Internationale Medien hatten über den Einsatz neuartiger US-Munition bei dem Vorfall berichtet. Bei der Explosion einer Rakete in der Luft sei Schrot aus Wolfram weit verstreut worden. Auch dieser Angriff in einem bewohnten Gebiet wird als mögliches Kriegsverbrechen bewertet.

Anfragen der Kommission beim US-Militär zu beiden Vorfällen blieben demnach unbeantwortet.

Menschenrechtsverstösse auch auf iranischer Seite

Zudem sehen die UNO-Berichterstatter schwere Menschenrechtsverstösse der iranischen Regierung an der eigenen Bevölkerung. Dabei beziehen sie sich insbesondere auf das Vorgehen iranischer Sicherheitskräfte im Zuge der Massenproteste im Land Anfang des Jahres und die weitere Verfolgung von Demonstrantinnen und Demonstranten durch die Justiz.

Sicherheitskräfte schossen laut UNO-Bericht sowohl mit scharfer Munition etwa von Dächern auf Demonstrierende als auch mit nicht-tödlichen Waffen – teils gezielt auf Augenpartien. Der Bericht schreibt unter Berufung auf eine Menschen­rechts­organisation von allein mindestens 221 Kindern, die bei der Niederschlagung der Proteste getötet wurden.

Eine unabhängige Feststellung der Gesamtzahl Toter infolge der Gewalt sei bislang nicht möglich, schreiben die Experten. Man habe gute Gründe zur Annahme, dass die Zahl signifikant über der Regierungsangabe von 3038 getöteten Menschen liege. Einige westliche Diplomatinnen und Diplomaten gehen von fast 20'000 Toten aus. Eine Stellungnahme aus dem Iran liegt derzeit nicht vor.

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