Nach Tod von Schweizer Töff-Pilot: So gefährlich ist Isle of Man

- Der Schweizer Motorradrennfahrer Mauro Poncini ist beim Qualifying zum Manx Grand Prix auf der Isle of Man tödlich verunglückt.
- Der Manx Grand Prix gilt als «Lightversion» der berüchtigten «Tourist Trophy», wird aber auf demselben 60,7 km langen Strassenkurs gefahren.
- Bereits am Sonntag war das Qualifying nach einem schweren Unfall des Italieners Salvatore Sallustro unterbrochen worden.
Der Tod des Schweizer Motorradrennfahrers Mauro Poncini beim Qualifying zum Manx Grand Prix auf der Isle of Man schockt die Töff-Szene. Das Rennen auf der mythenumwobenen Insel steht dieses Jahr unter keinem guten Stern. Bereits am Sonntag musste das erste Qualifying für den Manx Grand Prix nach fünf Minuten nach einem schweren Unfall des italienischen Berg-Europameisters Salvatore Sallustro angehalten werden.
Laut englischen Medien wurde der Italiener erst per Helikopter ins nahe gelegene Noble's Hospital gebracht, ehe er gemäss seiner Freundin Tabita Piu in ein Spital in Liverpool verlegt wurde. Sallustro werde derzeit auf der Intensivstation mit Medikamenten behandelt und künstlich beatmet, lässt Piu verlauten.
Isle of Man: «Tourist Trophy» und Manx Grand Prix
Der Manx Grand Prix gilt in der Motorrad-Rennszene als ausgesprochen anspruchsvoll und gefährlich, auch wenn auf der Isle of Man
(britische Kronbesitzung in der Irischen See) die «Tourist Trophy» noch deutlich berüchtigter ist. Seit 1911 starben bei jenem Rennen 271 Fahrer, zuletzt erst Ende Mai der Engländer Daniel Ingham.
Die Fahrer starten jeweils einzeln im Zeitabstand und fahren gegen die Uhr. Die hohe Anzahl Todesopfer, die schwierigen Streckenverhältnisse auf einem 60,7 Kilometer langen Strassenkurs und die horrenden Tempi mit teils über 300 km/h haben der «Tourist Trophy» den Ruf als gefährlichstes und verrücktestes Motorradrennen der Welt eingebracht.
Manx Grand Prix als Einstiegsrennen
Der Manx Grand Prix ist im Vergleich zur «Tourist Trophy» gewissermassen die «Lightversion», wird aber auf demselben Strassenkurs durchgeführt. Der grosse Unterschied liegt bei Veranstaltung, Fahrerfeld und Klassen: Die «Tourist Trophy» ist das international bekanntere Top-Event, während der Manx Grand Prix traditionell stärker als Sprungbrett für Nachwuchs- und Amateur-Road-Racer gilt. Viele Fahrer sammeln dort Erfahrung auf dem Mountain Course, bevor sie später bei der «Tourist Trophy» antreten.
Ein Kindergeburtstag ist der Manx Grand Prix allerdings keineswegs, wie der jüngste Todesfall Mauro Poncinis beweist. Die Töffpiloten brettern dort teilweise Runden mit über 190 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit hin. Dabei muss man bedenken, dass dieser Durchschnitt auch Kurven, Ortsdurchfahrten und Bremszonen einschliesst.

Poncini ist derweil nicht der erste Rennfahrer, der beim Manx Grand Prix ums Leben kommt. So starb zuletzt der Ire Louis O’Regan 2024 an den Folgen «mehrfacher Verletzungen», die er sich während des ersten Qualifikationslaufs des GPs zugezogen hatte.
Florian Gnägi (flo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten im Ressort Sport. Seine grösste Expertise hat er auf den Themengebieten Fussball und Tennis.
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