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Wednesday, August 19, 2026

Hitze in Städten – Daten zeigen: So ungleich ist die Hitze in Genf verteilt

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Zwischen dem kühlsten und dem heissesten Quartier Genfs beträgt der Temperaturunterschied 4.6 Grad. Das geht aus sieben öffentlichen Datensätzen hervor, die nur in Genf verfügbar sind und die das Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) ausgewertet hat.

Die Auswertung der Daten aus den 129 Quartieren Genfs ergibt ein Bild extremer Ungleichheiten – in anderen Städten der Schweiz dürfte es ähnlich sein.

Nirgends in Genf war es während der Hitzewellen von Juni bis August so heiss wie in Pâquis. In diesem Stadtteil am Seeufer leben 11'000 Menschen. Aber es gibt kaum Bäume, die Schatten spenden. Nur 5.6 Prozent der Fläche sind von Baumkronen bedeckt.

Die Unterschiede werden im Verhältnis zu einem Referenzwert gemessen: die Temperatur über einer Wiese um vier Uhr morgens. Wenn man von einem Quartier sagt, es liege bei «+6 Grad», bedeutet dies, dass es dort sechs Grad wärmer ist als auf dem Gras zur kühlsten Stunde der Nacht. Das ist die Definition einer Hitzeinsel. In den sechs Quartieren von Pâquis erreicht der gemessene Unterschied +5,6 Grad, im Quartier Mont-Blanc sogar +6,2 Grad.

Bei Hitzewellen spielt sich das Entscheidende in den frühen Morgenstunden ab. Dann geben der Beton der Fassaden, der Asphalt der Strassen und Plätze sowie die flachen Dächer das zurück, was sie am Vortag an Wärme gespeichert haben. Es gibt jedoch ein einfaches Mittel, um die Auswirkungen der Hitzewelle zu bekämpfen: Bäume pflanzen.

In Genf sind die Wohnquartiere an den Hängen – wie Champel-Roseraie oder Florissant-Malagnou – zu 25 bis 32 Prozent mit Bäumen bedeckt. Der Unterschied zur grünen Wiese beträgt hier um +3 Grad. Im Stadtzentrum sind weniger als 9 Prozent der Fläche mit Baumkronen bedeckt. Die Temperaturdifferenz beträgt +5,5 Grad und mehr.

62 Prozent der Genferinnen und Genfer leben an Orten mit weniger als 20 Prozent Kronenabdeckung, das sind rund 127'000 Menschen. Zwölf Prozent von ihnen – 25'000 Menschen – wohnen unter der Schwelle von 5 Prozent, also praktisch ohne Bäume. Und wenn man von den 30 Prozent Baumschatten ausgeht, die Stadtplaner gerne als Richtwert nennen, lebt 85 Prozent der Genfer Bevölkerung mit weniger.

Dabei zeigt die Datenanalyse: Je mehr Bäume ein Genfer Quartier hat, desto weniger heiss ist es nachts. Konkreter: Zehn Prozentpunkte mehr Kronendach bedeuten 0,8 Grad weniger nächtliche Hitze.

Der Feind ist nicht die Höhe

Eine weitere Erkenntnis: Statistisch gesehen werden Hochhausquartiere nicht heisser als andere. Was die Stadt aufheizt, ist nicht die Höhe der Gebäude, sondern die versiegelte Bodenfläche – die ausgedehnte Bebauung, der Asphalt, der Kies, alles, was den Boden zu einer Heizplatte macht.

Strassenszene mit Menschen auf einem Gehweg, einige sitzen auf Bänken, umgeben von Bäumen.
Legende: Ein erster Schritt zur Besserung: In dieser Strasse im Genfer Stadtteil Pâquis sind Parkplätze aufgehoben und an ihrer Stelle Bäume gepflanzt worden. KEYSTONE / Martial Trezzini

Ein Beispiel ist das Quartier Crêts-de-Champel, wo es die höchsten Häuser der Stadt, aber auch 32 Prozent Kronenabdeckung gibt. Die Temperaturdifferenz zur grünen Wiese beträgt in diesem Quartier nur +2,9 Grad. Verdichtung in die Höhe und Temperaturregulierung schliessen einander also nicht aus.

Wie viele Bäume müsste man pflanzen? Um alle defizitären Quartiere auf die Schwelle von 20 Prozent Kronenabdeckung zu heben, fehlen 0,74 Quadratkilometer Kronendach – das entspricht etwa 15'000 ausgewachsenen Bäumen. Angesichts der bereits vorhandenen 42'328 Bäume würde das einen beträchtlichen Aufwand erfordern.

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