Widersprüchliche Aussagen: Richter konfrontiert Gina H.

- Gina H. (30) steht wegen des Mordes an dem achtjährigen Fabian vor dem Landgericht Rostock.
- Ihr Bank-Alibi bricht vor Gericht zusammen: Sie hob das angeblich dringend benötigte Geld auch in den Folgetagen nicht ab.
- Zudem gab sie einem Bekannten innerhalb von drei Stunden dreimal den Tipp, genau dort nach Fabian zu suchen, wo die Leiche gefunden wurde.
Gina H. (30) steht wegen des Mordes an Fabian (8), dem Sohn ihres damaligen Ex-Partners Matthias R., vor dem Landgericht Rostock. Sie soll laut Anklage Fabian aus seinem Zuhause in Güstrow gelockt haben und dann bei einem Teich in Klein Upahl den Jungen erstochen und anschliessend den Leichnam in Brand gesetzt haben.
Nun widerlegt der Staatsanwalt das Bank-Alibi von Gina H. Die Frau wurde heute mit ihren widersprüchlichen Aussagen zu dem Grund für ihre Fahrt nach Güstrow konfrontiert. Das Alibi von Gina H. war, dass sie von den Grosseltern in die Stadt geschickt worden sei, um Geld abzuheben, aber die Bankkarte vergessen habe. Die Grosseltern hätten jedoch später erklärt, dass sie am Tattag den ganzen Vormittag zu Hause verbracht habe.
Richter zweifelt an Gina H.s Erklärung
Das genannte Motiv wurde durch den Richter infrage gestellt. Denn sie habe auch in den Folgetagen trotz gegenteiliger Aussage das Geld nicht abgehoben. Auf die Frage «Warum war das nicht so eilig?» konnte die Angeklagte keine klare Antwort geben.

Auch beim Thema, wie man Fabian dann aufgefunden habe, kann die Angeklagte keine klare Antwort geben. Denn Gina H. hatte dem Zeugen Christian D. den Tipp gegeben, bei einem Acker bei Klein Upahl nach Fabian zu suchen, dort, wo der Junge schliesslich auch gefunden wurde. Auf die Frage «Wie kam ihr diese Idee?» konnte die Angeklagte keine klare Antwort geben.
Dreimal derselbe Such-Tipp in drei Stunden
Wie sich im heutigen Gerichtstermin zeigte, hat sie ihrem Bekannten den Such-Tipp innerhalb von drei Stunden dreimal vorgeschlagen. Als Grund nannte sie ein gemeinsam geschautes Internetvideo, in dem der Ort erwähnt worden sei. Von einem Feld sei darin aber nie die Rede gewesen, hielt Richter Schütt fest.
Auch in den Sprachnachrichten von Gina H. zum Such-Vorschlag fehle jeder Hinweis auf die genannten Videos. Der Richter sagte dazu: «Es wirkt eher wie ein frischer Gedanke.»
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Maurin Vonplon (mav), Jahrgang 2006, arbeitet seit August 2026 bei 20 Minuten als Praktikant im Ressort Bern.
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