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Sunday, August 23, 2026

Migros, Coop, Spitäler und Co.: So erzieht man Untertanen

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Von der Self-Checkout-Falle bis zur Spital-Überwachung: Die Politik ist gefordert, Grenzen zu setzen. Wir brauchen mehr digitale Ethik.

Publiziert: vor 21 Minuten

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft

  • Therese Stooss (70) wird nach Fehler beim Self-Checkout polizeilich gemeldet
  • Kritik an Migros-Strategie
  • Forderung nach strengeren Datenschutzregeln und ethischer digitaler Überwachung in der Schweiz
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Raphael RauchBundeshausredaktor

Ich bin Therese Stooss, der Ladendiebin wider Willen, dankbar: Ihr Fall offenbart, wie Genossenschaften wie Coop und Migros uns wirklich sehen. Das vorherrschende Menschenbild ist eine Mischung aus Kunden, die man abschöpfen kann, und potenziellen Straftätern. Erst baut man Personal ab, wälzt die Arbeit an der Self-Checkout-Kasse auf uns ab, verschlechtert den Service – und bestraft die Kundschaft dann für unabsichtliche Fehler. So erzieht man Untertanen. Gerade der Migros-Genossenschafts-Bund müsste sich an das Erbe von Gottlieb Duttweiler erinnern und Haltung zeigen, statt blind der Konkurrenz hinterherzulaufen.

Gleichzeitig wächst die Datenkrake ungeniert weiter. Werden nur so viele Daten ausgewertet, wie wirklich nötig sind? Die Versuchung ist gross, Bewegungsprofile zu erstellen, Grenzen auszuloten und Verhaltensmuster zur Margenoptimierung zu missbrauchen. Legal? Vermutlich. Legitim: Nein!

Die schleichende Totalüberwachung ist praktisch überall vorzufinden. In Spitälern schlagen Medizinethiker seit Monaten Alarm. Kantone wie Zürich und Luzern sind für die Spitalaufsicht zuständig – doch sie greifen nicht durch. Während wir abstrakt über künstliche Intelligenz philosophieren, geht die digitale Ethik im Alltag unter.

Die Kantone dürfen sich nicht hinter dem Föderalismus verstecken. Und Bundesrat Beat Jans ist gefordert. Sein Departement ist sowohl für Datenschutz als auch fürs Fedpol zuständig und vereint so die Spannbreite von Freiheit und Überwachungswahn. Es braucht griffige Regeln und Transparenz. Denn nur wer seine Rechte kennt, kann sie auch einfordern und mit den Füssen abstimmen, wo wir einkaufen und welches Spital wir wählen.

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