Nati vor WM-Playoff-Hinspiel – Wieder gegen massierte Abwehr: Für Wälti nichts Neues

Die politische Dimension der Playoff-Spiele der Schweizerinnen gegen Israel nahm in der Vorbereitungswoche auf dem GC-Campus in Niederhasli relativ viel Raum ein. Die Medienkonferenz vor dem Hinspiel im ungarischen Mezökövesd bildete dabei keine Ausnahme.
Auf Aktionen irgendwelcher Art aufgrund des Krieges im Nahen Osten will man im Schweizer Team verzichten. Dass das Thema nicht einfach totgeschwiegen wird, bekräftigte Captain Lia Wälti aber noch einmal. «Die Botschaft, die wir haben, ist nicht für die Medien gedacht. Das ist etwas Internes bei uns im Team. Es geht nicht darum, für Schlagzeilen zu sorgen, sondern darum, in Gedanken bei den Leuten zu sein, die betroffen sind, besonders bei den Kindern sowie Zivilistinnen und Zivilisten.»
Israels Defensivbollwerk knacken
Weniger heikel und um einiges klarer ist da der Blick aufs Sportliche. Es gilt, gegen ein schwächer eingestuftes Team zweimal eine konzentrierte Leistung abzuliefern, um sich für die nächste Playoff-Runde auf dem Weg an die WM 2027 in Brasilien zu qualifizieren.
Im Hinspiel erwartet Wälti am Freitag einen sehr defensiv eingestellten und tief stehenden Gegner. Diese Situation ist man sich gewohnt: Bereits in der Gruppenphase der WM-Quali hatte die Nati jeweils viel Ballbesitz, während sich die Gegenseite hinten einigelte und aufs Kontern verlegte. «Da ist Geduld gefragt und eine gute Absicherung», erklärt die Mittelfeldspielerin von Brighton. Die Favoritenrolle wolle man annehmen, ohne arrogant zu sein.
Das WM-Playoff-Hinspiel zwischen Israel und der Schweiz im ungarischen Mezökövesd sehen Sie am Freitag ab 15:20 Uhr live auf SRF zwei und in der Sport App.
Ein klarer Sieg würde das Nervenkostüm für das Rückspiel am Dienstag in Sitten schonen. Doch Garantien gibt es keine. «Primär ist das Ziel natürlich, zu gewinnen. Wir wissen auch nicht so genau, was uns in Ungarn erwartet», so Wälti.
Navarro muss umdisponieren
Rafel Navarro hat die Spiele Israels in der Nations League genau beobachtet. Auch der Coach geht nicht davon aus, dass der Gegner am Grundkonzept einer massierten Abwehr etwas ändern wird. Als ungünstig beurteilt der Spanier die unmittelbare Matchvorbereitung.
«Ich hätte gerne einen Tag vor dem Spiel einen Augenschein vor Ort genommen. Das ist nicht möglich, weil unser Hotel weit vom Stadion entfernt liegt», sagt er. «Das ist nicht gut für uns, aber wir passen uns an. Wir suchen nicht nach Ausreden.»
Die Nati quartiert sich in Budapest ein, die Partie findet im anderthalb Autostunden entfernten Mezökövesd statt. Das Kleinstadion fasst 4500 Zuschauende, wird aber leer bleiben, da keine Fans zugelassen sind.
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