Millionen-Promenade bringt Ständerat auf die Palme

«Wie die Wüste Gobi!»
Millionen-Promenade bringt Ständerat auf die Palme
Eine beliebte Promenade in Genf wurde für mehrere Millionen Franken neu gestaltet. Doch das Ergebnis sorgt für Kritik: Ständerat Mauro Poggia verspottet den kargen Platz als «Wüste Gobi» – und erhält dafür national viel Zustimmung. Besserung ist in Sicht.
Publiziert: vor 29 Minuten
- Ständerat Mauro Poggia vergleicht die Promenade Saint-Antoine in Genf mit Wüste Gobi
- Das Projekt kostete 14 Millionen Franken
- Unter dem Platz sind archäologische Funde öffentlich zugänglich
Janic UrechRedaktor Politik
Ein Post macht Furore, nicht nur in der Romandie: «Hier wurde die Wüste Gobi neu erfunden», spottet der Genfer Ständerat Mauro Poggia (67) auf Linkedin. Darunter ist ein Bild zu sehen, das die neue Promenade Saint-Antoine neben der Genfer Altstadt zeigt.
Tatsächlich erinnern der sandige Platz und die beigen Gebäude im Hintergrund ein bisschen an eine Wüste. Es gibt kaum Pflanzen, nur ein paar dürre Holzpföstchen werfen einen Schatten. Auch Poggias Follower pflichten dem MCG-Ständerat bei: «Vielleicht ist es ein Konzept für ein realistisches Erlebnis mitten in der Wüste», witzelt ein Follower unter dem Beitrag. Jemand anders schlägt in den Kommentaren vor, noch ein paar Kamele auf dem gelben Sand zu platzieren.
«Hässlich und unverständlich»
Seit Anfang September sind unter dem Platz archäologische Fundstücke aus einem anderen Jahrtausend für die Öffentlichkeit zugänglich. Das gesamte Projekt wurde über die vergangenen Jahre realisiert und hat stolze 14 Millionen Franken gekostet. Die Ausstellung der archäologischen Fundstücke begrüsst Poggia grundsätzlich, aber zum Platz mit den vereinzelten Bäumen in Beeten hat er eine klare Meinung: «Das ist hässlich und für den Passanten unverständlich», sagt er zu Blick.
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Gerade in Anbetracht des vergangenen Hitzesommers hätte Poggia sich eine andere Gestaltung gewünscht: «Rasen zu verlegen, vielleicht noch mit einem Fussgängerweg, wäre das Mindeste. Diesen Ort mit Pflanzen zu verschönern, die bei Hitzewellen für Abkühlung sorgen, wäre eine Selbstverständlichkeit.»
Besonders nervt den Politiker aber, dass das Argument Grünflächen sonst oft in einem anderen Kontext aufkommt: «Die Stadt spricht nur dann von Grünflächen, wenn dadurch Parkplätze gestrichen werden können.»
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Bäume und Bänke wären doch selbstverständlich.
Mauro Poggia
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Die Promenade Saint-Antoine sei dabei kein Einzelfall, ergänzt Poggia und verweist auf die grosse Plaine de Plainpalais inmitten der Genfer Innenstadt, wo regelmässig Veranstaltungen stattfinden: «Natürlich braucht man eine Esplanade für den Zirkus oder andere Grossveranstaltungen, aber Bäume zu pflanzen und Bänke aufzustellen, wäre doch selbstverständlich.»
Der wüstenhafte Ausblick auf der Promenade Saint-Antoine dürfte allerdings nicht mehr von allzu langer Dauer sein. Die Stadt hat angekündigt, dass noch in diesem Herbst zwölf zusätzliche Bäume auf dem Platz gepflanzt werden sollen. Ob das reicht, um die Wüste Gobi wieder in ein grünes Genf zu verwandeln, wird sich zeigen.
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