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Sunday, September 6, 2026

– In Sachsen-Anhalt gewinnt die AfD mit deutlichem Abstand

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  • Die AfD in Sachsen-Anhalt hat die Landtagswahl gemäss Hochrechnungen mit deutlichem Abstand gewonnen. Sie erreicht laut ARD und ZDF 44.4 Prozent.
  • Demnach entfallen auf die AfD nach wie vor 41 Sitze im Landtag, erforderlich für die absolute Mehrheit sind 42 der insgesamt 83 Sitze.
  • Sven Schulze, CDU-Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt gratulierte der AfD zum Wahlsieg.

Auf Platz zwei steht die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze. Sie halbiert fast ihren Stimmenanteil und steuert mit 18,3 Prozent (2021: 37.1 Prozent) auf ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu.

Die Linke kommt laut Prognosen auf 9.2 Prozent (2021: 11.0 Prozent).

Die Grünen stehen bei 8.4 Prozent (2021: 5.9 Prozent).

Die SPD erreicht fast unverändert bei 8.6 Prozent (2021: 8.4 Prozent).

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) – eine Abspaltung der Linkspartei – muss mit 4.8 Prozent um den Einzug in den Magdeburger Landtag bangen.

Die FDP scheitert nach den Prognosen mit 2.4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde (2021: 6.4 Prozent).

«Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben», sagte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund in der ARD. Er strecke seine Hand nach allen anderen politischen Kräften aus, aber nur nach denjenigen, die mit ihm eine klare politische Wende mitmachen wollten.

«Was es mit mir nicht geben wird: Ein Verbiegen der eigenen Werte für Machtoptionen», sagte Siegmund. Dann stehe er nicht für eine Koalition oder für eine Minderheitsregierung zur Verfügung. Er werde sehen, wie sich die anderen Parteien nun aufstellten.

AfD-Co-Chefin Alice Weidel sprach von einem «historischen Ergebnis» und das «ist ein ganz klarer Regierungsauftrag.» Die stärkste Partei habe immer den Auftrag, eine Regierung zu bilden. Dabei sei die AfD auch gesprächsbereit, was Partner angehe. «Unsere Hand ist immer ausgestreckt.»

SRF-Korrespondent: «AfD-Sieg erschüttert die Parteizentralen»

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Stefan Reinhart, Leiter SRF-Auslandkorrespondenten:

«Bis die definitiven Resultate vorliegen, wird es noch den ganzen Abend dauern. Aber zwei Dinge sind klar: Die AfD, die Alternative für Deutschland, feiert einen sensationellen Sieg mit über 44 Prozent. Und die CDU, die Kanzlerpartei, wird halbiert und erleidet eine schmerzliche Niederlage, welche die Partei noch lange geschockt zurücklassen wird.

Noch aber ist unklar, ob die Rechtsaussen-Partei AfD mit ihrem Chef Ulrich Siegmund alleine regieren kann. Es kommt stark darauf an, ob es das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) ins Parlament schafft. Die Linksaussen-Partei liegt haarscharf an der Fünf-Prozent-Hürde. Wenn das BSW nicht reinkommt, sind die Chancen für die AfD gross, alleine regieren zu können – mit einer Mehrheit der Sitze. Das würde nicht nur Sachsen-Anhalt, sondern ganz Deutschland verändern. Bildung, Wirtschaft, Kultur, Migration: Keine andere Partei geht mit den extremen Positionen der AfD mit.

Aber der überwältigende Sieg in Sachsen-Anhalt erschüttert die Zentralen der anderen Parteien – auch die CDU von Kanzler Merz wird sich viele grundsätzliche Fragen stellen müssen, wie sie die Menschen mit ihrer Politik wieder erreichen können.»

Sven Schulze, CDU-Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt gratulierte der AfD zum Wahlsieg: «Die erste Prognose sagt einiges aus. Wir werden als CDU mit diesem Ergebnis umgehen müssen.» So einen harten Wahlkampf habe er noch nie erlebt. «Das ist Demokratie und die Menschen sind heute zur Wahl gegangen. Und die Menschen haben damit auch ein Zeichen gesetzt.»

Die CDU hat laut der ARD-Wahlanalyse vor allem bei den jungen Wählern schlecht abgeschnitten. Bei den 18- bis 24-Jährigen erhielt die Partei nur 5 Prozent der Stimmen.

Schwierige Regierungsbildung zu erwarten

Sven Schulze (CDU) will noch keine Aussage über eine künftige Regierungsbildung treffen. Gefragt, ob es auch eine Zusammenarbeit mit der Linken geben könne, sagt Schulze im ZDF, es sei «viel zu früh, irgendwelche Schlüsse zu ziehen». Es sei kein schöner Tag für die CDU. Deswegen müssten die Konsequenzen jetzt gemeinsam besprochen werden.

Gruppe von Menschen in Anzügen jubelt enthusiastisch.
Legende: Ulrich Siegmund (M), Spitzenkandidat und Co-Vorsitzender der AfD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt, jubelt mit den Co-Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion Alice Weidel (L) und Tino Chrupalla (R) nach der Prognose zum Ergebnis der Landtagswahl Sachsen-Anhalt. KEYSTONE / DPA, Michael Kappeler

Eine Neuauflage der bisher in Sachsen-Anhalt regierenden Koalition aus CDU, SPD und FDP ist damit ausgeschlossen. Wahrscheinlich ist allerdings, dass die Regierung ihre Amtsgeschäfte vorläufig weiterführen muss.

Von den übrigen Parteien will keine mit der AfD koalieren. Eine Minderheitsregierung könnte aber auch von der CDU geführt werden. Sven Schulze wäre dafür allerdings unter anderem auf Stimmen der Linken angewiesen. In der CDU gibt es auch Mitglieder, die sich für wechselnde Mehrheiten aussprechen – also auch unter Einbeziehung der AfD. Das wird aber die Linke nicht akzeptieren. Eine Koalition oder eine Zusammenarbeit lehnt die CDU aber ab.

SRF 4 News, 6.9.2026, 12:30 Uhr ;  dpa/reuters/hesa/kurn;geta

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