KI im Arbeitsmarkt – «dialog»-Community befürchtet Arbeitsplatzverlust durch KI

Künstliche Intelligenz wird im Alltag immer mehr gebraucht – und doch gibt es in der Schweiz einen Konsens, dass man weniger KI nutzen sollte. Das sagt der Zukunftskompass des Vereins Monda Futura.
Dies zeigt sich auch in der nicht repräsentativen Debatte in der «dialog»-Community. Knapp zwei Drittel der Userinnen und User sagen, KI bedrohe in der Schweiz Arbeitsplätze, viel mehr, als dass sie die Produktivität steigere. Doch was sind die Befürchtungen?
Bei Userin «Louise Michel» sind es zwei oft genannte Punkte: «Wenn die KI ein Erfolg für die Gierigen der Wirtschaft sein wird, wird sie eine echte Bedrohung für den Arbeitsmarkt darstellen. Eine weitere Bedrohung liegt auf der Ebene der Umwelt, denn die Bedürfnisse dieses Sektors sind kolossal.»
«C.L.» aus der «dialog»-Community sieht bei der KI insbesondere langfristig Probleme aufkommen: «Das Problem ist, dass kurzfristig leider viele Personen eine Produktivitätssteigerung (wahrgenommen oder real) erleben werden und dass, angetrieben von diesem Effekt, die KI zum Heiligen der Arbeit wird.» Gleiches schreibt auch «Logographe Exigeant»: «Produktivität und Geld sind die einzigen Antriebskräfte unserer liberalen Wirtschaftsgesellschaft, für die es keine funktionierende Alternative gibt. Daher wird die KI in allen Bereichen und ohne jede Möglichkeit zur Umkehr eingesetzt werden, um zu versuchen, alles zu maximieren, was maximiert werden kann. Es wird natürlich zu zahlreichen Exzessen sowie zu kostspieligen Fehlern und Sackgassen kommen.»
«Wie einst Mechanisierung, Elektrizität oder Informatik»
Bedeutend optimistischer sieht es User «Participant Résolu»: «Die KI ist eine unglaubliche Gelegenheit, gefährliche, sich wiederholende, mühsame Aufgaben zu beseitigen. Warum sollten wir darauf verzichten? Was wäre, wenn uns die KI erlauben würde, 4 Tage pro Woche zu arbeiten, mit 100 Prozent Lohn? Wenn sie die undankbare Arbeit erledigen würde und wir denjenigen, die sie ersetzt, ein universelles Grundeinkommen geben würden? Dort liegt der Fortschritt. Es liegt an uns, zu entscheiden, wer davon profitiert.» Jedoch findet auch er: «Die durch die KI generierten Gewinne müssten an diejenigen gehen, die sie ersetzt, nicht an die Chefetage.»
Und «Sentinelle Civique» aus der «dialog»-Community zieht gar einen historischen Vergleich: «Wie einst die Mechanisierung, die Elektrizität oder die Informatik kann KI uns von sich wiederholenden und zeitraubenden Aufgaben befreien, damit wir mehr Zeit dem widmen können, was zutiefst menschlich bleibt: dem Urteilsvermögen, der Kreativität und der Beziehung zum anderen. Die eigentliche Frage ist also nicht, ob die KI an unserer Stelle arbeiten wird, sondern was wir daraus machen werden.»
Interessant in der «dialog»-Debatte ist auch, dass der KI-Pessimismus in der Westschweiz stärker scheint als in der Deutschschweiz: Bei den französischsprachigen Kommentierenden sehen rund drei Viertel eine Bedrohung für den Arbeitsmarkt, während es im deutschsprachigen Teil «nur» rund 60 Prozent sind. Diese Zahlen sind nicht repräsentativ, spiegeln sich aber wiederum im erwähnten Zukunftskompass von Monda Futura. Auch dort sind Menschen in der Romandie skeptischer als Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer.
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