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Sunday, September 6, 2026

Plötzlich war der britische Premier-Sitz auf Booking.com

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  • Die britische Konsumentenschutzorganisation «Which?» hat die Downing Street 10 als Fake-Inserat auf Booking.com veröffentlicht.
  • Das gefälschte Angebot blieb über zwei Monate – vom 18. Juni bis zum 27. August – auf der Plattform online.
  • Booking.com bezeichnet den Test als Einzelfall und erklärt, einige automatische Schutzmassnahmen seien nicht ausgelöst worden.

Über zwei Monate lang konnte man auf Booking.com Downing Street Number 10 buchen. Das Haus des britischen Premierministers stand vom 18. Juni bis zum 27. August auf der Webseite im Angebot.

Erstellt wurde die Seite von der Konsumentenschutzgruppe «Which?». Sie wollte damit aufzeigen, wie einfach es ist, falsche Angebote auf Booking zu veröffentlichen, und wie lange es dauert, bis diese heruntergenommen werden.

«Apartment im Herzen Londons»

«Der gesamte Wohnraum gehört dir», heisst ein Label auf der Angebotsseite der Downing Street Number 10. Betitelt ist das Angebot mit «Ein Ein-Schlafzimmer-Apartment im Herzen Londons». In einem 10/10-Review freut sich ein Nutzer über das «Abhängen mit der ansässigen Katze» – eine Anspielung auf Larry the Cat, der schon mehrere Premierminister im Haus überlebte.

Natürlich ist das Angebot gefälscht. Weder Keir Starmer noch Andy Burnham haben den Sitz des Premierministers zur Miete freigegeben. Es war die Konsumentenschutzorganisation «Which?», die das Angebot hochgeladen hatte. Die Organisation schreibt, dass ihre Mitarbeitenden einen Aufenthalt an der Adresse des Ministerpräsidenten buchen konnten. Zudem schreibt sie, dass Booking.com seinen Eintrag «trotz eindeutiger Anzeichen dafür, dass es sich um eine Fälschung handelte», erst zwei Monate nach dessen Veröffentlichung entfernt habe.

«Test spiegelt nicht die tatsächlichen Erfahrungen wider»

«Dieser begrenzte Test spiegelt nicht die tatsächlichen Erfahrungen mit Millionen von Inseraten oder Bewertungen wider, die auf unserer Plattform veröffentlicht werden», erklärte ein Sprecher von Booking.com gegenüber der BBC.

Da das Inserat von «Which?» während der zwei Monate, in denen es vorhanden war, auf der Website nicht «live» war, seien «einige unserer automatischen Betrugsschutzmassnahmen nicht ausgelöst worden, um das geschlossene Inserat vollständig zu entfernen», hiess es weiter.

Nutzer konnten nur während eines von «Which?» geöffneten 20-minütigen Zeitfensters eine Buchung der Unterkunft anfragen, damit die Mitarbeitenden testen konnten, ob die Unterkunft gebucht werden kann.

«Wenn die sogenannten hochentwickelten KI-Systeme von Booking.com nicht erkennen können, dass 10 Downing Street keine Ferienunterkunft ist, dann ist es kein Wunder, dass Betrüger die Plattform so leicht ausnutzen können», schreibt «Which?» hingegen.

Simon Misteli

Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.

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