Brandschutz ungenügend: Schulhaus per sofort geschlossen

- Das Dorfschulhaus Wolfhalden AR ist wegen gravierender Brandschutzmängel per sofort geschlossen worden.
- Fehlende Brandschutzabschnitte, ungeeignete Fluchtwege und zu schmale Treppendurchgänge machten den Betrieb unsicher.
- Ab Sommer 2027 werden Container auf dem Schulgelände aufgestockt, um Ersatzraum zu schaffen.
Am Freitag wurde der Schulbetrieb im Dorfschulhaus Wolfhalden mit sofortiger Wirkung eingestellt. Eine Expertise hat gravierende Mängel beim Brandschutz festgestellt, wie die Gemeinde Wolfhalden in einer Mitteilung schreibt.
Die Mängelliste ist lang: So fehlen an mehreren Stellen die vorgeschriebenen Brandschutzabschnitte und feuerhemmenden Türen. Diese sollen verhindern, dass sich Feuer und Rauch ungehindert ausbreiten. Auch das Treppenhaus eignet sich nicht als Fluchtweg. Die Durchgangsbreiten bei Treppen und Türen seien ungenügend, heisst es in der Mitteilung der Gemeinde, über die das «St. Galler Tagblatt» zuerst berichtete.

Die Erkenntnis des Brandschutzberichts brauchte Zeit
«Wir haben ab Mai alle Schulhäuser und öffentlichen Räumlichkeiten auf den Brandschutz kontrolliert», sagt Gemeindepräsident Gino Pauletti zu 20 Minuten. Er führt aus: «Der Auslöser ist, dass wir für den Bau der geplanten Erweiterung des anderen Schulgebäudes sowieso eine Brandschutzabklärung benötigten. Wegen des Brandes an Silvester in Crans-Montana haben wir uns dazu entschieden, alle Gemeindegebäude zu überprüfen.»
Warum es nun September werden musste, bis der Gemeinderat entschieden hat, dass der Schulbetrieb im Dorfschulhaus nicht mehr als sicher gilt, begründet Pauletti folgendermassen: «So einen Brandschutzbericht erstellt man nicht in einer Stunde. Wir haben Ende Juli den Bericht bekommen. Nachdem wir den zuständigen Experten eingeladen haben und weitere Abklärungen geführt haben, war uns klar, dass es etwas Gröberes ist, und somit wurde der Schulbetrieb per sofort eingestellt.»
Unterricht vorerst verlegt
Wie 20 Minuten von Anwohnerinnen und Anwohnern erfährt, wurden die Schülerinnen und Schüler am Freitagmorgen vor dem Gebäude empfangen und über die Situation informiert. Kurz darauf wurden auch die Eltern benachrichtigt. Betroffen waren jene Kinder, die am Freitagmorgen im Dorfschulhaus Unterricht gehabt hätten.
Das Gebäude wird derzeit für den textilen Werkunterricht der 2. bis 9. Klasse sowie für den nichttextilen Werkunterricht der 4. bis 6. Klasse genutzt. Zudem findet dort der Religionsunterricht für die 1. bis 3. Klasse statt. Auch die Spielgruppe Wolfstätzli nutzt Räumlichkeiten im Gebäude.
Mit Hochdruck an einer Lösung dran
Eine Bewohnerin aus Wolfhalden erzählt, dass die betroffenen Unterrichtslektionen vorerst in freien Zimmern der benachbarten Schulgebäude stattfinden. Damit der Lehrplan nach den Herbstferien wieder eingehalten werden kann, arbeitet die Gemeinde derzeit mit Hochdruck an einer Übergangslösung.
«Im Frühjahr 2027 werden die Container auf dem Schulgelände aufgestockt. So entsteht für die Übergangszeit zusätzlicher Schulraum als Ersatz für das geschlossene Dorfschulhaus», sagt der Gemeindepräsident.

Sanierungsbedarf war schon lange klar
Seit Längerem ist bekannt, dass das Dorfschulhaus saniert werden muss. Der Sanierungsbedarf war einer der Gründe, weshalb die Gemeinde der Bevölkerung eine langfristige Lösung für den Werkunterricht und die schulergänzende Betreuung vorschlug. Die Stimmberechtigten in Wolfhalden lehnten die Vorlage für einen Fertigbau im Jahr 2024 jedoch ab.
Ohne die schulische Nutzung hätten sich die Sanierungsmassnahmen auf ein Minimum beschränken lassen, schreibt die Gemeinde. Mit der Ablehnung der Abstimmungsvorlage verlängerte sich jedoch die Nutzungsdauer des Schulhauses – und damit blieb auch der Sanierungsbedarf bestehen.
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Vanessa Figi (vfi), Jahrgang 2024, arbeitet seit Juli 2026 als Praktikantin beim Ressort Ostschweiz.
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