«Wenn ich ihn hinlege, stirbt er»: Mutter kämpft um Söhnchen

- Eine deutsche Mutter hält ihren neugeborenen Sohn seit sieben Monaten aufrecht – Tag und Nacht –, weil eine Verdickung am Zungengrund sein Atmen im Liegen blockiert.
- Ihr Mutterinstinkt rettete dem Baby wohl das Leben: Linda bemerkte die Erstickungsgefahr, bevor Ärzte die Beschwerden ernst nahmen.
- Mittlerweile zeigt der Kleine erste Fortschritte und schläft in erhöhter Position deutlich besser.
Muttersein ist für Linda nichts Neues. Der älteste Sohn der Deutschen ist 18 Jahre alt. Der jüngere acht. Vielleicht gerade dank dieser Erfahrung konnte die 37-Jährige ihr Neugeborenes am Leben erhalten – während die Ärzte und Kliniken keine grosse Hilfe zu sein schienen.
Seit sieben Monaten hält Linda ihren jüngsten Sohn aufrecht. Tag und Nacht. Wachend und schlafend. «Wenn ich mein Baby hinlege, stirbt es», sagt sie gegenüber «Bild». Grund dafür ist eine Verdickung am Zungengrund, die das Baby ersticken lässt, wenn es in der falschen Position liegt. Der Fall scheint der Medizin unbekannt zu sein.
Mutterinstinkt rettete dem Baby wohl das Leben
Das Baby kam per Notkaiserschnitt zur Welt, wie «Bild» schreibt. Seiner Mutter fiel bald auf, wie es in Panik geriet, wenn es auf dem Rücken oder auf dem Bauch lag. Trotzdem wurden die beiden kurz nach der Entbindung aus der Geburtenklinik entlassen. Die Ärzte beschwichtigten Linda, dass ihr Söhnchen nur Anpassungsstörungen habe.
Lindas Mutterinstinkt setzte ein. Intuitiv liess sie ihr Baby auf dem Arm schlafen. Sie besorgte sich ein Gerät zur Messung der Sauerstoffsättigung. Zehn Tage nach der Geburt schlug es zum ersten Mal an. «Ich riss ihn hoch und pustete ihn an. Beim ersten Mal reagierte er nicht. Erst beim zweiten Mal kam er wieder zu sich», erinnert sich Linda.
Erst zu wenig, dann zu viel: Linda kritisiert Mediziner
Nach dem Vorfall kehrte Linda ins Spital zurück. Dort ergaben Untersuchungen, dass der Zungengrund des Buben verdickt und verhärtet ist. Beim Liegen blockiert er dann die Atemwege. Weshalb es dazu kam, ist nicht klar.
Nun nahm die Klinik die Beschwerden des Kleinen ernster. Nach Lindas Ermessen machten die Mediziner jedoch weitere Fehler. «Selbst mit einer CPAP-Maske zeigte er Erstickungsanzeichen», doch erst als Linda eine Pflegefachfrau darauf aufmerksam machte, bemerkte diese es, so die Mutter.
Testweise wurden dem Buben eine Magensonde und ein Rachen-Tubus eingesetzt. Darauf reagierte er eher schlecht. «Er schrie stundenlang, lief lila an und hatte Schaum vor dem Mund. Seine Augen wurden immer leerer», beschrieb Linda die Situation. Linda und ihr Mann liessen den Tubus und die Sonde daraufhin entfernen.
Langsam scheint sich die Situation zu beruhigen
Die beiden Eltern wollten ihren Buben aus dem Spital holen, aber: «Wir mussten um die Entlassung kämpfen», erklärt Linda. «Aber ich habe gespürt, dass es das einzig Richtige für mein Kind ist.»
Linda wandte sich an ihre 75’000 Follower auf Instagram. Sie fragte in die Runde, ob jemand schon ähnliche Erfahrungen gemacht habe. Erst schien niemand das Krankheitsbild zu kennen.
Glücklicherweise erkennt Linda mittlerweile trotzdem erste Fortschritte in der Bekämpfung der seltsamen Krankheit. «Der Kleine krabbelt, zieht sich hoch und schläft inzwischen deutlich besser in erhöhter Position.»
Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein schwer krankes Kind?
Hier findest du Hilfe:
Pro Pallium, Begleitung von Familien mit schwerstkranken Kindern und jungen Erwachsenen
Kind+Spital, Verein für die Rechte von Kindern und Jugendlichen im Gesundheitswesen
Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
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