Polen – 76 Festnahmen nach Messerangriffen an Schulen

- Nach zwei Messerangriffen an Schulen diese Woche hat die Polizei in Polen 76 Verdächtige festgenommen.
- Landesweit kontrollierte sie laut eigenen Angaben 50'000 Schulen.
- Am Mittwoch verletzte ein 19-Jähriger Berufsschüler neun Menschen mit einem Messer, zwei wurden schwer verletzt.
In einem Post auf der Plattform X bestätigten die Behörden die Festnahmen. «Es wurden 231 Vorfälle registriert, bei denen Polizeibeamte Aktionen im Zusammenhang mit dem begründeten Verdacht auf eine Straftat ausgeführt haben», hiess es darin.
Eine 17 Jahre alte Schülerin sei mit Schnittwunden an den Unterarmen in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte der Sprecher der Polizei in Warschau am Samstag dem Sender TVP Info. Die beiden anderen Opfer im Alter von 17 und 24 Jahren konnten vor Ort versorgt werden.
Die Tat ereignete sich den Angaben zufolge um die Mittagszeit in einer Schule für Erwachsene im Warschauer Stadtteil Praga. Eine 21 Jahre alte Schülerin stach demnach im Sekretariat der Schule auf die drei jungen Frauen ein, die dort gerade Dokumente abgeben wollten.
Ein Mitarbeiter der Schule habe der Angreiferin das Messer weggenommen und sie anschliessend den herbeigerufenen Beamten übergeben, sagte der Polizeisprecher. Ein Motiv für die Tat sei noch unklar. Die Tatverdächtige und die Opfer hätten sich nicht gekannt.
Bislang gibt es keine Informationen, um wen es sich bei den Festgenommenen handelt.
Zwei Messerangriffe innert zwei Tagen
Am Donnerstag war beim Messerangriff eines 15-Jährigen in einer Schule in Leszczydol-Nowiny etwa 70 Kilometer nordöstlich von Warschau die 37-jährige Hausmeisterin getötet worden, zwei weitere Menschen wurden verletzt.
Am Mittwoch hatte ein 19-Jähriger an einer Berufsschule in Ostroleka knapp 100 Kilometer nördlich von Warschau neun Menschen mit einem Messer verletzt, davon zwei schwer.
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Bild 1 von 1. Die Angriffe sorgten in Polen für viel Aufsehen (Bild: 7. Oktober, nach dem Angriff auf die Berufsschule in Ostroleka). Bildquelle: AP Photo/Rafal Niedzielski.
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Regierungschef Donald Tusk hatte am Donnerstag regelmässige Polizeikontrollen in allen Schulen des Landes angeordnet. Tusk sagte, der 15-jährige Angreifer habe einen Helm mit Kamera getragen, um seine Tat zu filmen.
Die Abteilung für Cyberkriminalität der Polizei prüfte daraufhin, ob es derzeit eine Challenge in sozialen Medien gebe, die Jugendliche zu derartigen Angriffen animiere. Bereits am Freitag teilte die Behörde jedoch mit, dass es bislang dafür keine Anzeichen dafür gebe.
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