Jetzt spricht der scheidende Stadler-CEO über seinen Abgang

«Entscheid fiel nicht erst in den letzten Monaten»
Jetzt spricht der scheidende Stadler-CEO über seinen Abgang
Nach über einem Vierteljahrhundert bei Stadler Rail gibt CEO Markus Bernsteiner Ende Jahr das Zepter an Philipp Brunner weiter. Was er über seine Zeit unter Patron Peter Spuhler zu sagen hat.
Publiziert: 30.09.2026 um 17:32 Uhr
Aktualisiert: 30.09.2026 um 22:13 Uhr
- Markus Bernsteiner gibt Stadler-CEO-Posten nach vier Jahren ab, Nachfolger wird Philipp Brunner
- Bernsteiners 27-jährige Karriere bei Stadler endete nach schwierigen Krisenjahren mit Erfolg
- Überschwemmungen 2024 verursachten Schäden an Werken und Lieferketten, Folgen bis 2027 spürbar
Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft
Der Zugbauer Stadler Rail überraschte am Dienstag mit dieser Nachricht: Wechsel an der Konzernspitze! Vier Jahre amtete Markus Bernsteiner (60) als CEO an der Seite von Präsident Peter Spuhler (67). Jetzt ist Schluss. Per 1. Januar 2027 übernimmt Philipp Brunner (42) das Ruder als CEO.
Bernsteiner tritt nach einer langen Karriere ab: 27 Jahre war er für Stadler Rail tätig. Die Entscheidung zum Rücktritt hat er bewusst getroffen, wie er im Interview mit «Finanz und Wirtschaft» klarstellt: «In einem Monat werde ich 60 Jahre alt. Ich habe mich gefragt: Welchen Inhalt hat mein nächster Lebensabschnitt?»
Sein Plan: Bernsteiner will sein Wissen künftig in Verwaltungsräten einbringen. Für den Zugbauer sei der Abgang nicht überraschend gekommen. «Der Entscheid ist nicht erst in den letzten Monaten gefallen», so Bernsteiner.
Vier harte Jahre an der Spitze
Die letzten Jahre verlangten dem CEO alles ab. Erst bremste Corona den Betrieb, dann folgte der Ukraine-Krieg. Das Werk von Stadler Rail in Belarus durfte nicht mehr mit Komponenten beliefert werden, die Produktion musste in andere Stadler-Werke verlagert werden.
2024 folgten schwere Unwetter im Wallis, in Österreich und in Valencia (Spanien). Der Zulieferer Constellium im Wallis musste sein Werk mehrere Monate stillstehen lassen nach der Überflutung durch die Rhone. In Österreich traf es Anlagen von Stadler und einen Doppelstöcker für die Österreichischen Bundesbahnen, der komplett zerstört wurde. In Spanien wurden Lagerhäuser des Konzerns beschädigt, auch rund 40 Zulieferer waren schwer getroffen.
Bernsteiner zieht Bilanz
Die Katastrophen belasten Stadler bis heute: «Die im Zuge der massiven Überschwemmung entstandenen Folgen auf die Kosten und Rückstände bei der Auslieferung von Fahrzeugen» würden bis ins Jahr 2027 spürbar bleiben, teilte der Zugbauer im August mit.
Bernsteiner zieht nach den harten Jahren Bilanz: «Ich war vier Jahre lang voll operativ tätig, habe wirklich gechrampft.» Er wollte die Probleme aber lösen, bevor er geht. Das sei gelungen: «Die Massnahmen zeigen Wirkung, die Zahlen gehen in die richtige Richtung.»
Gute Zusammenarbeit mit Patron Spuhler
Auch das Verhältnis zu Stadler-Patron Peter Spuhler sei bestens. Spuhler habe ihn machen lassen, beide hätten sich ganz ohne Ego auf die Firma konzentriert. Bernsteiner: «Ich werde die Zusammenarbeit mit Peter Spuhler vermissen.»
Nun ruhen die Hoffnungen auf Philipp Brunner. Bernsteiner traut seinem Nachfolger viel zu: «Es ist schön, wenn man die Firma, die jetzt super aufgestellt ist, jemandem übergibt, der jung und dynamisch ist.»
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