Mann springt zu Tiger Altai und stirbt – was wird aus dem Tier?

- Im Yorkshire Wildlife Park nahe Doncaster ist ein Mann von einem Sibirischen Tiger getötet worden.
- Der Mann sprang am Samstag von einer Brücke in das Tigergehege, nachdem er sich zuvor vor dem Tier verneigt hatte.
- Der Tiger namens Altai wird nicht eingeschläfert; der Park blieb über das Wochenende geschlossen.
«Hör auf, hör auf, hör auf!», schrie der Mann um sein Leben. Dann griff der Tiger ihn mit seinen Krallen an und biss ihn zu Tode.
Polizei und Rettungskräfte eilten am Samstag gegen 13.30 Uhr zum Tigergehege des Yorkshire Wildlife Park nahe Doncaster, nachdem ein Notruf eingegangen war. Ein Mann sei von einem Tier getötet worden, hiess es.
Besucher versuchten, Mann aufzuhalten
Zeugen berichteten der Zeitung «The Telegraph», eine junge Frau habe noch versucht, das Opfer davon abzuhalten, in das Gehege zu springen. Der Mann habe die Frau, die mit ihren beiden Kindern den Zoo besuchte, weggestossen und sei von einer Brücke in das eingezäunte Areal gesprungen.
«Er kniete auf allen Vieren, betete und verneigte sich vor dem Tiger. Es wirkte, als würde er auf den Tiger warten.»
Vor dem Vorfall sei der Mann von anderen Besuchern dabei beobachtet worden, wie er mit Airpods auf der Brücke tanzte. Ein Zeuge erzählte dem «Guardian», der Mann habe eine andere Person gebeten, ein Foto von ihm mit dem Tiger im Hintergrund zu machen.
Opfer war wie «in Trance»
«Der Mann begann, den Tiger anzubeten und sich vor ihm zu verneigen – der Tiger wirkte etwas verwirrt. Bis zu dem Moment, als er angegriffen wurde, wirkte er wie in Trance; er war überhaupt nicht in der Realität», sagte eine der Zeuginnen dem «Telegraph».
«Er hatte die Arme weit ausgebreitet und war bereit, sich vom Tiger angreifen zu lassen. Es war schrecklich. Wir standen einfach nur da, wie erstarrt … Das Letzte, was wir sahen, war das Maul des Tigers an seinem Hals», fügte sie hinzu.
Tierpfleger feuerten Warnschüsse ab
Ein weiterer Zeuge sagte dem «Mirror», die Szene habe wie eine Inszenierung gewirkt: «Der Mann begab sich an eine Stelle im Hauptbesucherbereich, von wo aus ihn jeder sehen konnte. Er kniete auf allen Vieren, betete und verneigte sich vor dem Tiger. Es wirkte, als würde er auf den Tiger warten.»
Augenzeugen zufolge soll das Tier den Mann am Hals gepackt und mit sich geschleift haben. Kurz darauf hätten Tierpfleger mehrere Warnschüsse abgefeuert, woraufhin sich der Tiger in sein Innengehege zurückgezogen habe. Der Tierpark wurde anschliessend evakuiert.
Tiger Altai wird nicht eingeschläfert
Der Yorkshire Wildlife Park beherbergt zwei Sibirische Tiger, auch Amur-Tiger genannt, die als die grössten Raubkatzen der Welt gelten. Das weitläufige Gehege kann von einem hölzernen Steg aus besichtigt werden.
Der Tierpark blieb nach dem Vorfall am Samstag über das Wochenende geschlossen. Die Zooleitung sprach auf X den Angehörigen des getöteten Mannes ihr Beileid aus. Weiter hiess es: «Viele, viele Menschen haben uns wegen des Tigers Altai kontaktiert. Wir können allen versichern, dass es ihm gut geht und er wegen des Vorfalls nicht eingeschläfert wird.»
Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?
Hier findest du Hilfe:
Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen
Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
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