Swisscom will Firmenkunden-Sparte aufteilen: Droht grosser Abbau?

- Die Swisscom teilt ihre Sparte für Firmenkunden auf: Per April 2027 wechseln rund 570 Mitarbeitende in eine Tochter.
- Die Swisscom Digital Technology AG bündelt Digitalisierung, Software, Daten und KI, der Rest konzentriert sich aufs Kerngeschäft.
- Wie viele Stellen wegfallen, sagt die Swisscom nicht, Rollen und Funktionen könnten sich aber verändern.
Die Swisscom plant einen Komplettumbau ihres Geschäfts mit Firmenkunden. Die zur Hälfte dem Bund gehörende Firma teilt die Sparte in zwei Hälften, wie das Finanznews-Portal «Inside Paradeplatz» als Erstes berichtete.
Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt Swisscom-Sprecher Armin Schädeli, dass das Unternehmen per April 2027 ausgewählte Kompetenzen für digitale Transformation, Software, Daten und künstliche Intelligenz in seiner bereits bestehenden Tochter Swisscom Digital Technology AG bündelt. Rund 570 Mitarbeitende wechseln aus der Einheit Swisscom Business Customers dorthin.
Die Business Unit Swisscom Business Customers solle sich künftig auf das Kerngeschäft konzentrieren: Dazu gehören unter anderem Datenverbindungen, Cloud, KI-Rechenleistung, IT-Sicherheit, IT-Outsourcing sowie Infrastruktur-Services.
Keine Zahl zu möglichen Stellenverlusten
Laut «Inside Paradeplatz» droht in diesem Kernbereich ein Massenabbau. Aufgaben, Funktionen und Stellen würden künftig wegfallen, zitiert das Portal unter Bezug auf interne Quellen. Swisscom-Sprecher Schädeli bestätigt gegenüber 20 Minuten, dass sich durch die neue Aufteilung Rollen und Funktionen verändern können.
Eine Zahl zu möglichen wegfallenden Stellen nennt der Konzern nicht. «Swisscom geht weiterhin davon aus, dass sich die Belegschaft in der Schweiz bis 2030 im tiefen einstelligen Prozentbereich pro Jahr verändert.» Die Swisscom zählte im Sommer hierzulande 14'764 Vollzeitstellen. Angenommen, ein tiefer einstelliger Prozentbereich wären fünf Prozent, entspräche dies einem Abbau von rund 738 Stellen.
Ob und wie viele Stellen tatsächlich wegfallen, bleibt offen. Personelle Folgen wolle die Swisscom, wo immer möglich, über interne Weiterbeschäftigung, offene Stellen, natürliche Fluktuation und Pensionierungen abfedern, sagt Schädeli. Mit Gewerkschaften und Sozialpartnern sei man im Austausch, zudem gebe es einen Sozialplan
Keine Verlagerung ins Ausland geplant
Zuletzt stand die Swisscom wegen Stellenabbaus in der Schweiz und der Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland in der Kritik. Der Personalverband Transfair fordert mit einer Petition einen Stopp des sogenannten Offshorings.
Im Rahmen des Umbaus sei derzeit keine Stellenverlagerung ins Ausland vorgesehen, versichert der Sprecher. Zu möglichen Kosteneinsparungen machte das Unternehmen keine Angaben.
Wie wichtig ist dir bei einem grossen Umbau wie bei Swisscom, dass Arbeitsplätze in der Schweiz bleiben?
Für Firmenkundinnen und Firmenkunden sollen bestehende Leistungen, laufende Projekte und vereinbarte Service Levels weitergelten.
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Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft
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