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Monday, August 31, 2026

Schweizer Diaspora – Sommerhitze in der Schweiz: Ein Grund für Auswanderung

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Schweizer Diaspora Sommerhitze in der Schweiz: Ein Grund für Auswanderung

Bisher wanderten viele Menschen wegen der kalten Winter aus der Schweiz aus. Jetzt könnten die Hitzewellen zum neuen Motiv werden.

30.08.2026, 09:07

«Ich lebe an der kalifornischen Zentralküste. Wenn uns jemand fragt, warum wir hier leben, nennen wir immer drei Gründe: das Klima, das Klima, das Klima. Nein, ich werde niemals in die Schweiz zurückkehren», schreibt Gabrielle Robbins-Essig in einem Onlineforum von Swissinfo, dem Newsportal der SRG für Schweizerinnen und Schweizer im Ausland.

Lange Zeit waren die typischen «Klima-Auswanderer» aus der Schweiz Menschen, die die langen Winter und die Feuchtigkeit des Mittellands satthatten und ein milderes, ganzjährig beständiges Klima suchten.

Zwei Personen spazieren auf einem Weg am Wasser, eine mit einem blauen Regenschirm.
Legende: Wenn der See und die Bäume allein nicht mehr genug Kühlung verschaffen: Ein Paar spaziert am 15. August mit Sonnenschirm entlang des Bodensees. KEYSTONE / Gian Ehrenzeller

«Wir sind vor zehn Jahren nach Südkalifornien ausgewandert, weil wir das schlechte Wetter in der Schweiz leid waren. San Diego hat eines der besten Klimata der Welt, mit herrlichem Sonnenschein an mehr als 300 Tagen im Jahr», schreibt Mike Vetter.

In Costa Rica freut sich Agnès Vetsch über ihre vor 20 Jahren getroffene Entscheidung: «Mir ist nie mehr kalt. Und ich bereue meine Wahl nicht.»

Hitze als neuer Auswanderungsgrund

Der Wunsch, dem trüben Schweizer Winter zu entkommen, könnte künftig an Bedeutung verlieren. Die Schweiz gehört zu den Ländern, die sich besonders stark erwärmen. Damit könnte die zunehmende Sommerhitze in den kommenden Jahren zu einem Motiv für das Auswandern werden.

Für Norbert Roth ist das bereits Realität. Der Klimawandel habe massgeblich zu seinem Wegzug beigetragen: «Die Hitze, die vielen Gewitter, die starken Hagelstürme…» Heute lebt er an der Nordsee.

Auch Andrea Wildi zog Konsequenzen aus den steigenden Temperaturen. Weil sie die Sommerhitze in der Schweiz nicht mehr ertrug, wanderte sie nach Irland aus. «Ich bin in ein gemässigteres Klima gezogen. In die Schweiz komme ich während der Sommermonate nur noch, wenn es unbedingt nötig ist.»

Anpassung macht den Unterschied

Paradoxerweise berichten manche Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, die in wärmeren Regionen leben, dass sie dort weniger unter hohen Temperaturen leiden als in der Schweiz. Ein Grund dafür sei die besser angepasste Infrastruktur.

«In Florida sind wir Hitze gewohnt, aber auch Klimaanlagen. Es überrascht mich etwas, wie sehr sich die Menschen in der Schweiz über die Sommerhitze beklagen», schreibt Ruth Härri.

Auch Monique Staehli, die auf Sizilien lebt, denkt trotz zunehmender Extremwetterereignisse nicht ans Wegziehen: «Sizilien leidet stark unter dem Klimawandel, etwa durch Waldbrände und Wassermangel. Aber ich habe das Meer direkt vor der Haustür, bald werden alle Räume mit solarbetriebenen Klimaanlagen ausgestattet sein, und wir verfügen über einen schattigen Garten. In der Schweiz wäre es für mich schwieriger, solche Lösungen umzusetzen.»

Für manche Auswanderinnen und Auswanderer spielt zudem eine Rolle, dass sich in Ländern mit tieferen Lebenshaltungskosten – insbesondere im Ruhestand – Investitionen in Kühlung und Hitzeschutz eher finanzieren lassen als in der Schweiz.

Das Wetter ist nicht alles

Der entscheidende Faktor bei der Wahl ihres Wohnorts scheint aber für viele Ausgewanderte immer noch die familiäre Bindung und die Nähe zur Heimat zu sein.

«Ich bin vor 28 Jahren nach Australien ausgewandert, um dem Nebel und den grauen Wintertagen zu entkommen», berichtet Verena Edmondson-Siegenthaler. «Aus klimatischer Sicht war das eine ausgezeichnete Entscheidung. Das Klima in Westaustralien ist aussergewöhnlich. Doch je älter ich werde, desto mehr vermisse ich meine Geschwister.»

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