Fluggesellschaft muss wegen Haaland vor Gericht

Unerlaubte Werbung?
Fluggesellschaft muss wegen Haaland vor Gericht
KI-Frisur, Torjubel, Laufstil: Die Fluggesellschaft Norwegian spielte in drei WM-Posts auf Erling Haaland an – nun klagt der Stürmer. Sein Anwalt sieht darin unerlaubte Werbung.
Publiziert: vor 21 Minuten
- Erling Haaland verklagt Norwegian wegen illegaler WM-Werbung
- Drei Posts imitierten Frisur, Torjubel und Laufstil
- Die Posts seien «spontan», sagt die Fluggesellschaft
Erling Haaland (26) zieht gegen die norwegische Fluggesellschaft Norwegian vor Gericht. Der Grund: Drei Werbebeiträge, die das Unternehmen während der WM 2026 auf seinen Social-Media-Kanälen veröffentlichte, sollen laut Haalands Anwälten seine Persönlichkeitsrechte verletzen.
Obwohl die Inhalte inzwischen gelöscht wurden, kommt es 2027 zum Rechtsstreit vor Gericht.
Diese drei Posts sorgen für Ärger
Bei den umstrittenen Beiträgen handelt es sich um drei Veröffentlichungen. Die erste zeigt ein mithilfe von künstlicher Intelligenz generiertes Bild eines Norwegian-Flugzeugs mit einer Frisur, die stark an Haaland erinnert. Dazu steht der Satz: «We've never looked more Norwegian» (Wir waren noch nie so norwegisch).
In einem zweiten Video stellt ein unbekannter junger Mann Haalands ikonischen Torjubel nach. Der dritte Clip zeigt einen Piloten, der durch das Flugzeug rennt und dabei den unverkennbaren Laufstil des norwegischen Stürmers imitiert.
Haalands Anwälte fordern Entschädigung
Thomas Hagen, Anwalt des norwegischen Nationalspielers, erklärte gegenüber der Zeitung «VG»: «Der Fall betrifft die illegale Ausnutzung von Haalands charakteristischen Merkmalen durch Norwegian für die Vermarktung von Flugtickets während der Weltmeisterschaft.»
Einen konkreten Schadensersatzbetrag haben Haalands Anwälte bislang nicht festgelegt. Sie betonen jedoch, dass ein Werbedeal mit dem Stürmer normalerweise zwischen sieben und zehn Millionen norwegischen Kronen kosten würde. Das entspricht rund 600'000 bis 900'000 Franken.
Norwegian spricht von spontanen Posts
Die Fluggesellschaft bestreitet hingegen, eine gezielte Werbekampagne geplant zu haben. Laut Norwegian seien die Veröffentlichungen spontane Reaktionen auf den Hype um die norwegische Nationalmannschaft gewesen. Die Beiträge seien zudem im Abstand von fast drei Wochen veröffentlicht worden.
«Wie fast ganz Norwegen haben wir im Sommer die Nationalmannschaft mit einer kleinen Anzahl spontaner Social-Media-Posts unterstützt», sagte Norwegian-Sprecher Eivind Hammer Myhre.
Die Airline betonte ausserdem, dass die Beiträge weder zu einem Anstieg der Ticketverkäufe noch zu einem signifikanten Zuwachs an Followern geführt hätten.
Der Rechtsstreit wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 vor Gericht verhandelt. Klar ist bereits: Haaland und sein Team wollen die Nutzung seiner Persönlichkeit für Werbezwecke nicht einfach hinnehmen.
Dieser Artikel ist zuerst auf abola.pt erschienen. Die portugiesische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag.
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