Demonstranten mit Palästina-Flaggen stürmen Kolosseum in Rom

Darum gehts
- Die Proteste richteten sich gegen Aufrüstung, den Gaza-Krieg und die Regierung von Giorgia Meloni.
- Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, 28 Personen wurden präventiv festgenommen und elf angezeigt.
- In Mailand verliefen die Proteste grösstenteils ohne grössere Zwischenfälle.
Es ist eines der meistbesuchten Monumente der Welt. Am Samstag wurde das Kolosseum in Rom jedoch zum Schauplatz landesweiter Proteste gegen Aufrüstung, den Gaza-Krieg und die Regierung von Giorgia Meloni. Eine Gruppe von Demonstranten drang für mehrere Minuten in das Wahrzeichen Roms ein.
In der Menschenmenge waren Palästina-Flaggen zu sehen. Wie Videos zeigen, kam es bei dem historischen Monument zu Rangeleien zwischen den Demonstranten und den Sicherheitskräften des Kolosseums. Die Sicherheitskräfte versuchten, die Zugänge zu sichern und die Demonstranten wieder hinauszuführen.
Polizei setzt Wasserwerfer ein
Am Abend kam es dann im Zentrum zu weiteren Spannungen: Die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Über dem Gebiet des Hauptbahnhofes Termini kreisten Polizeihubschrauber. Nach Angaben der Behörden wurden in Rom elf Personen angezeigt, 96 Menschen – darunter sechs Minderjährige – auf Polizeiwachen gebracht und 28 präventiv festgenommen. Mehr als 200 Personen seien kontrolliert worden.
Bei ihnen seien unter anderem Sturmhauben, Masken und Spraydosen gefunden worden. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein und führte Räumungsaktionen durch, nachdem Demonstranten Flaschen, Steine und Böller geworfen hatten, wie Roma Today berichtet.
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Der Bürgermeister von Rom, Roberto Gualtieri, dankte den Sicherheitskräften für ihren Einsatz. Für die Hauptstadt waren wegen befürchteter Ausschreitungen mehr als 1500 Polizisten mobilisiert worden. Mehrere Metrostationen wurden vorübergehend geschlossen.
Proteste in mehreren italienischen Städten
Im norditalienischen Mailand, in dem es vergangenes Wochenende zu schweren Krawallen gekommen war, verliefen die Proteste bis Samstagabend grösstenteils friedlich. Doch erneut gerieten einige Sicherheitskräfte und Demonstranten aneinander. Die Polizei stoppte einen Demonstrationszug unter Einsatz von Schlagstöcken. Aus Sorge vor Ausschreitungen waren viele Luxusgeschäfte verbarrikadiert worden.
In Bologna setzte die Polizei zwischenzeitlich Tränengas und Wasserwerfer ein. In Turin drängten Sicherheitskräfte Demonstranten mit Schilden zurück. Auch in den Städten Neapel und Florenz versammelten sich Demonstranten.
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Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.
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