Erhebliche Beeinträchtigungen – Westschweiz: Mutmassliche Brandstiftung legt Bahnverkehr lahm

- Der Bahnverkehr zwischen Lausanne und Yverdon VD ist wegen eines Kabelbrands unterbrochen.
- Die Waadtländer Kantonspolizei und die SBB vermuten eine vorsätzliche Tat als Ursache.
- Die Störung dürfte mindestens bis am Sonntagmorgen dauern.
Die SBB hat wegen des Kabelbrands bei Eclépens VD Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. Die Strecke zwischen Cossonay-Penthalaz und Chavornay bleibt voraussichtlich mindestens bis Sonntagmorgen gesperrt. Die SBB verurteilt die mutmassliche Brandstiftung in einer Mitteilung «auf Schärfste».
Nach ersten Erkenntnissen der Waadtländer Kantonspolizei deutete vieles auf eine vorsätzliche Tat hin. Ein internes technisches Problem als Brandursache schliesst die SBB aus. Die Waadtländer Staatsanwaltschaft eröffnete eine Strafuntersuchung, wie die Kantonspolizei mitteilt. Sie beauftragte die Kriminalpolizei damit, die genauen Umstände des Brandes zu klären und mögliche Täter zu identifizieren.
Das Feuer war am Freitag gegen 3 Uhr morgens in einem Kabelkanal entlang der Gleise bei Eclépens entdeckt worden. Betroffen war der Bereich einer Weiche, von der Gleise zum wenige hundert Meter entfernten Zementwerk von Holcim abzweigen.
Die Kabel, über die die Bahnanlagen in der Region gesteuert werden, wurden durch das Feuer beschädigt und ausser Betrieb gesetzt. Der Zugverkehr zwischen Cossonay-Penthalaz und Chavornay musste deshalb vollständig eingestellt werden.
100 SBB-Mitarbeitende im Einsatz
Die Polizei gab den Brandort gegen 10 Uhr wieder frei. Anschliessend begannen die SBB mit der Schadensaufnahme. Seit dem späten Vormittag laufen die Reparaturarbeiten. Rund 100 Mitarbeitende arbeiteten nach Angaben der SBB rund um die Uhr daran, die Strecke wieder befahrbar zu machen.
Eine Wiederaufnahme des regulären Zugverkehrs ist frühestens am Sonntagmorgen zu erwarten. Die SBB wollen die Strecke so rasch wie möglich wieder in Betrieb nehmen.
So wirkt sich die Sperrung auf den Fahrplan aus
Die Streckensperrung hat erhebliche Auswirkungen auf den Bahnverkehr in der Westschweiz und auf Verbindungen in die Deutschschweiz. Rund 20 Ersatzbusse stehen im Einsatz. Reisende müssen mit mindestens 30 Minuten zusätzlicher Fahrzeit rechnen.
Für die Fernverkehrszüge IC5 und IC51 verkehrten Ersatzbusse zwischen Yverdon-les-Bains und Cossonay-Penthalaz. Auf den Regionalverkehrslinien R1 und R2 ersetzen Busse die Züge zwischen Chavornay und Cossonay-Penthalaz. Seit Freitagnachmittag fahren zudem Pendelzüge zwischen Lausanne und Yverdon-les-Bains.
Reisende zwischen Genf beziehungsweise Lausanne und der Deutschschweiz sollen auf Züge über Bern ausweichen. Die SBB empfehlen, vor der Abfahrt den Online-Fahrplan zu konsultieren.
Reisende zwischen Genf beziehungsweise Lausanne und der Deutschschweiz sollen über Bern fahren, heisst es weiter. Für Verbindungen zwischen Biel oder Solothurn und der Genferseeregion empfahlen die SBB ebenfalls die Route über Bern. Besonders Reisende zwischen dem Jurabogen und Genf müssen am Samstag mehr Zeit einplanen. Wegen zusätzlicher Unterhaltsarbeiten auf der Strecke empfehlen die SBB, für diese Verbindungen mit einer Stunde längerer Fahrzeit zu rechnen. Ersatztransporte werden organisiert.
Die SBB raten Reisenden, vor der Abfahrt den Online-Fahrplan zu konsultieren. Rund 40 Mitarbeitende stehen an den Bahnhöfen für Auskünfte bereit.
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