Fifa-Boss Infantino soll weg: Kommt nun Superstar David Beckham?

Darum gehts
- Europas Fussballverbände suchen einen Gegenkandidaten zu Fifa-Präsident Gianni Infantino; nun fällt der Name David Beckham.
- Der 51-jährige Inter-Miami-Präsident wäre laut Sky zu einer Kandidatur bereit, falls er darum gebeten würde.
- Infantino will sich im März 2027 in Rabat wiederwählen lassen, eine Nominierung ist bis zum 18. November nötig.
- Er hat weiterhin grossen Rückhalt in Afrika sowie Teilen Südamerikas und Asiens.
Im europäischen Fussball laufen Bemühungen, einen Herausforderer für Fifa-Boss Gianni Infantino zu finden. Der Schweizer will sich im März 2027 beim Fifa-Kongress in Rabat für eine weitere Amtszeit wählen lassen. Doch nach den Turbulenzen der vergangenen Monate wächst insbesondere in Europa der Widerstand gegen den 56-Jährigen.
Nun wird auch David Beckham als möglicher Gegenkandidat gehandelt. Der 51-jährige frühere Captain der englischen Nationalmannschaft ist heute Mitbesitzer und Präsident von Inter Miami. Laut Sky gehen europäische Fussball-Funktionäre davon aus, dass Beckham zu einer Kandidatur bereit wäre, sollte er darum gebeten werden.
Uefa will neue Führung
Der Widerstand gegen Infantino hat zuletzt deutlich zugenommen. Auslöser waren unter anderem die gescheiterten Pläne, Anteile an den kommerziellen Rechten der Fifa-Wettbewerbe an externe Investoren zu verkaufen. Beim Fifa-Council in Zürich entschuldigte sich Infantino für sein Vorgehen.
Seine Kritiker überzeugte er damit nicht. DFB-Präsident Bernd Neuendorf sagte nach der Sitzung: «Wir haben sehr viele kritische Fragen gestellt, befriedigende Antworten hat es aus meiner Sicht nicht gegeben.»
Auch die Uefa fordert einen Wechsel an der Spitze des Weltverbands. Gesucht werde «eine geachtete und verbindende Persönlichkeit aus den Kreisen des Fussballs, die über visionäres Denken und Führungserfahrung sowie die Fähigkeit verfügt, über die Konföderationen hinweg Vertrauen zu schaffen und sich kompromisslos für die Fussballentwicklung, Reformen, Integrität und Unabhängigkeit einzusetzen».
Auch Arsène Wenger wurde gehandelt
Die Suche gestaltet sich allerdings schwierig. Uefa-Präsident Aleksander Ceferin und Concacaf-Präsident Victor Montagliani gelten nicht als Kandidaten. BBC Sport berichtete zuletzt, dass einflussreiche Vertreter des europäischen Fussballs den früheren Arsenal-Trainer Arsène Wenger zu einer Kandidatur bewegen möchten. Der 76-Jährige arbeitet allerdings seit 2019 als Fifa-Direktor für globale Fussballentwicklung und damit für Infantino.
Beckham hätte dieses Problem nicht. Der frühere Star von Manchester United und Real Madrid verfügt über ein weltweites Netzwerk und hat sich nach seiner Spielerkarriere als Geschäftsmann und Clubbesitzer etabliert. Bei Inter Miami gelang es ihm unter anderem, Lionel Messi in die MLS zu holen.
Darum hat Gianni Infantino dennoch gute Chancen
Ob Beckham tatsächlich kandidieren wird, ist offen. Viel Zeit bleibt den Gegnern Infantinos nicht: Bis zum 18. November muss ein Gegenkandidat nominiert werden.
Und selbst mit einem prominenten Herausforderer wäre Infantino schwer zu schlagen. Der Fifa-Präsident verfügt weiterhin über grossen Rückhalt in Afrika sowie Teilen Südamerikas und Asiens. Die BBC berichtete zuletzt, dass eine Wiederwahl Infantinos ohne Gegenkandidaten weiterhin ein realistisches Szenario sei.
Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredaktor und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.
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