Zu grosszügig geschöpft: Migros schult Personal

- Weil teils zu grosszügig geschöpft wurde, schult die Migros ihr Restaurantpersonal nach.
- Der Grund ist eine Analyse in 118 Restaurants, die zeigte, dass ein Fünftel aller Lebensmittelabfälle Resten waren.
- Die in den Rezepturen definierten Portionsgrössen sollen einheitlich eingehalten werden.
Zuerst führte die Migros Bern im Restaurant ein neues Zahlungsprinzip ein: Beim Buffet zahlen Gäste nicht mehr nach Tellergrösse, sondern nach Gewicht, was zu Kritik bei Gästen führte. Jetzt weist die Migros das Personal in allen Restaurants darauf hin, nicht mehr zu viel auszuschöpfen, wie «CH Media» unter Bezug auf einen Bericht im «Migros-Magazin» schreibt.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Restaurant meinten es offenbar zu gut mit ihren Gästen und gaben ihnen zu viele Nudeln oder Pommes zum Schnitzel oder zur Bratwurst dazu. Die Migros schreibt, rund ein Fünftel der Abfälle im Restaurant entstehe auf den Tellern, wie eine Analyse in 118 Migros-Restaurants ergeben habe. «Darauf wurde rasch reagiert: Für die Ausgabe wurden klare Schöpfmengen definiert, um den Bedarf besser zu treffen.»
Das bedeutet nicht, dass die Schöpfmengen reduziert oder die Preise erhöht wurden, wie Migros-Sprecher Tobias Ochsenbein zu «CH Media» sagt. Die Analyse habe aber gezeigt, dass teilweise grosszügiger geschöpft werde als vorgesehen. «Deshalb wurden die Mitarbeitenden sensibilisiert und nachgeschult, damit die in den Rezepturen definierten Portionsgrössen einheitlich eingehalten werden», sagt Ochsenbein.
Bei Bedarf könnten Gäste aber auch weiterhin jederzeit eine grössere Portion verlangen. Die Migros gibt an, dass es ihr bei ihren Massnahmen in erster Linie um den Kampf gegen Lebensmittelverschwendung und nicht um den finanziellen Aspekt gehe. In den Migros-Restaurants sind die Kundenfrequenzen aber teils seit Jahren rückläufig, wie das «St. Galler Tagblatt» im Sommer berichtete.
Wie findest du es, wenn Restaurants die Portionen genauer dosieren?
So strich die Migros in den vergangenen Jahren mehrere Gastrobetriebe. Seit 2021 schrumpfte die Anzahl an Restaurants und Take-aways von 2039 auf 207 zum Ende des vergangenen Jahres. Auch in Zukunft soll der Abbau weitergehen. So will die Migros Ostschweiz in den nächsten Jahren drei Restaurants und ein Take-away schliessen. Statt Buffet soll es künftig mehr Sandwiches, Fertigsalate und warme Snacks wie Schinkengipfeli geben.
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Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft
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