Rösti über KI-Gefahren: «Der Mensch muss die Kontrolle behalten»

- Bundesrat Albert Rösti, verantwortlich für das KI-Dossier, äussert sich zu den wachsenden Warnungen vor den Gefahren von KI.
- Für Rösti steht die Kontrolle des Menschen über KI-Systeme im Vordergrund – gesichert durch die KI-Konvention des Europarats und den AI Summit 2027 in Genf.
- Statt eines umfassenden KI-Gesetzes setzt der Bund auf gezielte Anpassungen bestehender Gesetze wie Datenschutz und Produktehaftung.
In den vergangenen Wochen machten Warnungen zu den Gefahren von KI weltweit Schlagzeilen. Ein ehemaliger Mitarbeiter von Anthropic – die Firma hinter dem Chatbot Claude – warnte gar vor einem möglichen Aussterben der Menschheit durch KI.
Wie reagiert die Schweizer Regierung auf diese Warnungen? 20 Minuten hat bei Bundesrat Albert Rösti, Vorsteher des Uvek und somit verantwortlich für das KI-Dossier, nachgefragt.
Für Rösti ist weniger entscheidend, ob ein Szenario in Zukunft eintreffe oder nicht, sondern ob der Mensch heute die Kontrolle über diese Systeme behalte und die Verantwortung klar zugeordnet bliebe. Das soll etwa mit der Umsetzung der KI-Konvention des Europarats sowie mit dem AI Summit 2027 in Genf sichergestellt werden.
Die KI-Konvention verlangt, dass «KI im Einklang mit Menschenrechten, der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit steht» und legt das rechtliche Grundwerk, um nötigenfalls gar KI-Anwendungen zu verbieten.
Doch auch bisherige Gesetze seien für die Sicherheit rund um KI relevant: «Es gilt heute schon einiges: Datenschutz, Produktehaftung und das Sektorrecht greifen auch dort, wo KI im Spiel ist», so Rösti.
Der Bundesrat werde punktuelle Anpassungen wie Transparenz, Datenschutz, Nichtdiskriminierung und Aufsicht diskutieren. Deshalb erarbeite der Bund eine Vernehmlassungsvorlage zur Umsetzung der KI-Konvention des Europarats. «Wir passen bestehende Gesetze gezielt an, statt ein umfassendes KI-Gesetz darüberzulegen.»
KI schreibt Vorstösse im Parlament
Auch im Parlament ist KI Thema: Seit einer Woche benutzen Schweizer Politiker einen eigenen Chatbot namens «Parlamenti Intelligentia Artificialis», kurz PIA – zu Deutsch: «Künstliche Intelligenz des Parlaments». Die Anwendung kann auf Knopfdruck fixfertige Vorstösse verfassen und soll besonders hohe Datenschutzanforderungen erfüllen.
Selber brauche Bundesrat Rösti nur selten KI: «Weil mich meine Mitarbeitenden bei der Erarbeitung der Dossiers unterstützen», erklärt er. Rösti werde aber laufend auf neue Anwendungen aufmerksam gemacht. «So lerne ich dazu und probiere diese Anwendungen im privaten Umfeld auch mal aus. Am meisten nutze ich KI privat, wenn ich etwas Konkretes wissen will.» Entscheidend dabei bleibe jedoch, dass er prüfe, was bei der Suche herauskomme.
Vor fast einem Jahr verriet Rösti in einem Interview mit 20 Minuten, dass er vor allem die KI von Meta auf Whatsapp verwende. «Oft haben wir ja Halbwissen zu einem bestimmten Thema», sagte er damals. Da könne es hilfreich sein, wenn die KI das bestätigt oder korrigiert.
Wie gross ist die Gefahr von KI aus deiner Sicht?
Thomas Leu (tle) arbeitet seit 2026 bei 20 Minuten. Er ist Praktikant im Ressort Politik.
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