Europa League im Exil – Weniger Fans, weniger Geld: So leidet Hapoel bei «Heimspielen»

Bulgarien statt Israel, 1500 statt wenige Kilometer reisen: Hapoel Be'er Scheva muss das Wort «Heimspiel» in der Europa League aktuell grosszügig auslegen. Aufgrund der prekären Sicherheitslage im eigenen Land darf der israelische Klub auf internationalem Parkett nur in der Fremde spielen.
Für das Startspiel in der Ligaphase «empfängt» der Arbeiterklub aus der Stadt Be'er Scheva Gegner Dinamo Zagreb am Mittwoch in Bukarest. Im Giulesti-Stadion werden ca. 1000 israelische Fans erwartet – ein krasser Unterschied zu den 15'000 Zuschauerinnen und Zuschauer, die das Team im Schnitt bei Liga-Spielen zu Hause unterstützen.
Charterflug, Stadionmiete, Sicherheitsdienst usw.
Die Auftritte in Rumänien sind für Hapoel organisatorisch jeweils eine Herkules-Aufgabe:
- Der ganze Tross mit Spielern, Trainern, dem weiteren Staff sowie tonnenweise Equipment muss per Charterflug transportiert werden.
- Am fremden Spielort muss der Klub alles selbst aufgleisen: Hotels und Trainingsplätze buchen, den lokalen Sicherheitsdienst organisieren oder das Ticketing mit Unternehmen vor Ort koordinieren.
Die Stadionmiete in einer modernen europäischen Arena kostet zwischen 100'000 und 300'000 Franken. Dazu kommen die Ausgaben für Flüge und Hotels. Gleichzeitig brechen die Einnahmen komplett ein: Die Ticketeinnahmen sind viel kleiner, der Umsatz aus den VIP-Logen und dem Catering geht meist an die fremden Stadionbetreiber. Insgesamt beläuft sich das Defizit auf etwa eine halbe Million Franken.
Wie auch Lugano unter den knallharten Uefa-Regeln litt und wieso mehr als ein Drittel der afrikanischen Teilnehmer in der WM-Quali ins Exil ausweichen mussten, erfahren Sie im Audio-Beitrag oben.
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