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Saturday, October 10, 2026

Protein-Hype und Diabetesspritzen: Whey-Pulver teuer wie nie

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  • Whey-Protein hat ein Rekordhoch erreicht: Bei Galaxus kostete ein Kilo im September knapp 55 Franken – über 18 Prozent mehr als im Vorjahr.
  • Als Gründe gelten steigende Rohstoffkosten, knappes Angebot und der Boom von Abnehmspritzen wie Ozempic.
  • Trotz der hohen Preise macht Whey bei Galaxus 89 Prozent aller Proteinpulver-Verkäufe aus – im August verkaufte die Migros-Tochter so viele Packungen wie noch nie.

Whey-Protein (Molke) ist das beliebteste Nahrungsergänzungsmittel für den Muskelaufbau und die Regeneration. Doch die Preise steigen auf ein Rekordhoch: Beim Onlineshop Galaxus kostete ein Kilo Whey-Pulver im September knapp 55 Franken, wie die Migros-Tochter mitteilt. Das sind über 18 Prozent mehr als der Durchschnittspreis des vergangenen Jahres von rund 46 Franken (siehe Grafik).

Auch beim Nahrungsergänzungsmittel-Hersteller The Quality Group heisst es auf Anfrage, der Rohstoff sei seit 2023 um 40 Prozent teurer geworden. Das Unternehmen habe die Mehrkosten lange selbst getragen, doch jetzt sei eine Anpassung nötig. Seit 2025 hat der Hersteller die Preise laut eigenen Angaben um 10 Prozent erhöht.

Trotz des Preissprungs reisst die Nachfrage nicht ab. Im August verkaufte Galaxus so viele Packungen wie noch nie. Die Kundinnen und Kunden greifen auch kaum zu Alternativen. Obwohl pflanzliche Pulver aus Erbsen, Reis, Hanf oder Soja deutlich günstiger wurden und mittlerweile rund 40 Prozent weniger kosten als Whey, bleibt die grosse Mehrheit beim Molkenprotein. Es macht bei Galaxus 89 Prozent aller Proteinpulver-Verkäufe aus.

Das ist Proteinpulver

Proteinpulver liefert Eiweiss in konzentrierter Form, den Baustoff für Muskeln und Regeneration. Vor allem bei Sportlerinnen und Sportlern ist es beliebt. Die wichtigsten Varianten: Whey-Protein (aus Molke, verwertet der Körper schnell), Casein (ebenfalls aus Milch, verdaut der Körper langsam und eignet sich deshalb für den Abend oder über Nacht), Multiprotein (Mischung aus mehreren Quellen) und pflanzliches Proteinpulver (etwa aus Erbsen, Reis, Hanf oder Soja, meist kombiniert für ein vollständiges Aminosäureprofil).

Quelle: Galaxus

Darum steigen die Preise

Als Grund für den Preisanstieg nennt die zuständige Galaxus-Kategorie-Managerin Martina Tatavitto drei Hauptgründe:

  • Grosse Nachfrage: «Wie auch unsere Zahlen zeigen, setzen immer mehr Menschen auf Proteinpulver, sei es für den Muskelaufbau, zur Gewichtskontrolle oder als praktische Proteinquelle im Alltag. Diese breitere Zielgruppe treibt die Nachfrage nach Whey-Produkten spürbar in die Höhe.»
  • Begrenztes Angebot: «Das Angebot hält mit dieser Entwicklung nicht mehr Schritt. Molkereien und Hersteller stossen an ihre Kapazitätsgrenzen. Whey-Protein, ein Nebenprodukt der Käseherstellung, wird zunehmend knapp.»
  • Höhere Kosten: «Steigende Kosten für Milch, Energie und Verpackung schlagen sich jetzt direkt auf die Herstellungspreise nieder. Die Hersteller geben diese Mehrkosten zunehmend an die Kundinnen und Kunden weiter.»

Ein vierter Grund ist laut dem früheren Bodybuilder und heutigen Nahrungsergänzungsmittel-Hersteller Manfred Rühl der Boom von Diabetesspritzen, die viele auch zum Abnehmen verwenden (siehe Video). Denn wer schnell abnimmt, verliert nicht nur Körperfett, sondern oft auch Muskelmasse, wie das Magazin «Women's Health» schreibt. Die Eiweisszufuhr soll dabei helfen, die Muskulatur zu erhalten.

Laut Branchenexperten wird Whey-Protein wegen des Booms auch nicht mehr günstiger. Doch statt des teuren Proteinpulvers könnten die meisten Menschen ihren Eiweissbedarf auch mit gewöhnlichen Lebensmitteln decken, wie «Women's Health» schreibt. Dazu gehören etwa Skyr, Magerquark, Hüttenkäse, Eier, Fisch, Fleisch, Tofu, Hülsenfrüchte und Bohnen. Das Gute daran: Diese Lebensmittel liefern neben Eiweiss weitere wichtige Nährstoffe.

Wie gehst du mit dem teuren Whey-Protein um?

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Fabian Pöschl

Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft

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