FIFA-Präsident Infantino zeigt sich bereit für Reformen

- FIFA-Präsident Gianni Infantino kündigt in einem Brief an alle 211 Mitgliedsverbände eine unabhängige Überprüfung der Verbandsführung an.
- Dabei sollen auch Gespräche über stärkere Entscheidungsprozesse geführt werden.
- Ausdrücklich zur Diskussion steht auch die Rolle des Präsidenten selbst.
Im Machtkampf um die Führung der FIFA signalisiert Präsident Gianni Infantino erstmals Bereitschaft zu Reformen. Der Schweizer kündigte in einem Brief an die Präsidenten der 211 Mitgliedsverbände und die Mitglieder des FIFA-Rats eine unabhängige Überprüfung der Verbandsführung an. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur und Reuters vor.
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Auch die Entscheidungsstrukturen innerhalb des Weltverbands sollen auf den Prüfstand kommen – ausdrücklich mit Blick auf die Rolle des Präsidenten. Infantino schrieb: «Zunächst werde ich den Rat fragen, ob er eine unabhängige externe Überprüfung der aktuellen Governance-Struktur der FIFA für wichtige strategische Initiativen in Auftrag geben und mögliche Verbesserungen empfehlen möchte.»
Mehr Transparenz bei der FIFA
Darüber hinaus will der FIFA-Präsident Konsultationen mit den Konföderationen, Mitgliedsverbänden und weiteren Interessengruppen anstossen. Dabei soll geklärt werden, wer bei wichtigen Vorhaben mitentscheiden darf und welche Aufgaben Präsident, Büro, Rat und Kongress jeweils übernehmen. Zudem sollen Transparenz und Rechenschaftspflicht gestärkt werden.
Infantino war zuletzt massiv unter Druck geraten, nachdem er vorgeschlagen hatte, 20 Prozent der kommerziellen FIFA-Rechte – darunter jene an der Weltmeisterschaft – an private Investoren zu verkaufen. Nach Protesten und Boykottdrohungen wurde der Plan im Juli fallengelassen. Anschliessend forderten die UEFA, der Asiatische Fussballverband und die CONCACAF Veränderungen an der FIFA-Spitze.
Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
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