Jahrelang mit Daniel Craig verglichen werden? Trio noch im Rennen

- Callum Turner, Jack Lowden und Josh O’Connor gelten als Favoriten für die Nachfolge von Daniel Craig als James Bond.
- Zwischen dem 23. und 25. Oktober sollen in England erste finale Probeaufnahmen stattgefunden haben.
- Das Magazin «The New Yorker» schlägt wegen der Rätselraterei Emily Blunt als erste weibliche 007 vor.
Die Suche nach dem nächsten James Bond geht in die entscheidende Phase. Zwischen dem 23. und 25. Oktober sollen in England erste finale Probeaufnahmen stattgefunden haben. Laut verschiedenen Branchenmedien gehören drei 36-jährige britische Schauspieler zum engeren Favoritenkreis: Jack Lowden («Slow Horses»), Callum Turner («Masters of the Air») und Josh O’Connor («The Crown»). In den Tests müssen sie sich unter anderem bei Stunts, Dialogen und vor der Kamera beweisen. Offiziell bestätigt ist die Teilnahme bisher nicht.
Turner brächte eine kantige Härte mit und könnte theoretisch sogar mit dem Bösewicht die Plätze tauschen. Lowden habe bisher stark im schauspielerischen Schatten seines Kollegen Gary Oldman gestanden, während O’Connor mit seiner Wärme für die Rolle des unnahbaren Agenten möglicherweise zu sanft wirke. Bei den Probeaufnahmen für den neuen Film, bei dem Denis Villeneuve Regie führt, müssen die Anwärter ihre 007-Fähigkeiten bei Stunts und Dialogen beweisen.
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James Bond kann zur Karrierefalle werden
So begehrt der berühmte Smoking auch ist: Es gibt gute Gründe, die Rolle abzulehnen. Schauspieler riskieren, über Jahre auf eine einzige Figur reduziert zu werden. Hinzu kommt der Druck, ständig mit ihren Vorgängern verglichen zu werden.
Daniel Craig (58) erlebte das bereits vor seinem Debüt 2006. Bei seiner Vorstellung als neuer Bond wurde sein Aussehen kritisiert, seine Eignung infrage gestellt. Erst «Casino Royale» überzeugte viele Skeptiker. Die aufwendigen Actionszenen während der fünf Bond-Filme verlangten Craig körperlich einiges ab. Verletzungen und anstrengende Dreharbeiten gehörten zu seiner Zeit als Agent 007.
Im letzten Film «Keine Zeit zu sterben» starb der Geheimagent. Nun muss er sich neu erfinden. Dazu kommt die Frage, ob der traditionelle Frauenheld noch zum heutigen Kino passt.
Warum ausgerechnet Emily Blunt die bessere Wahl sein könnte
Das Magazin «The New Yorker» ist ob der ganzen Rätselraterei so genervt, dass es Emily Blunt als 007 ins Spiel bringt. Die britische Schauspielerin bringe vieles mit, was einen überzeugenden Bond ausmacht: Charisma, Humor, Eleganz und Actionerfahrung.
In «Sicario» bewies Blunt bereits, dass sie eine glaubwürdige Agentin spielen kann – ausgerechnet unter der Regie des künftigen Bond-Regisseurs Villeneuve. Anders als die drei gehandelten Kandidaten müsste Blunt sich nicht erst als internationaler Filmstar beweisen. Sie könnte der Figur mit ihrer Erfahrung und ihrer Mischung aus Härte und trockenem Humor eine neue Richtung geben.
Für Lane liegt darin auch die Chance, ein jahrzehntealtes Muster umzukehren: Statt die Frauen an Bonds Seite auf ihre Rolle als attraktive Begleiterinnen zu reduzieren, könnte erstmals eine Frau selbst die berühmte Agentennummer tragen. Der Filmkritiker von «The New Yorker» geht noch weiter: Turner, Lowden und O’Connor könnten auf dem Filmplakat in knappen Badehosen an Blunts Seite posieren – gewissermassen als erste «Bond-Boys».
Dario Aeberli (dae), Jahrgang 1995, arbeitet seit Oktober 2023 als People-Redaktor bei 20 Minuten. Zuvor war er Lokaljournalist und beim «Migros-Magazin».
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