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Tuesday, September 29, 2026

Zerreissprobe für die G20 – Trump lädt Putin zu G20 ein – und bringt Europäer in Bredouille

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Der US-amerikanische Präsident stellt den Europäern eine Falle, indem er seinen russischen Amtskollegen zum G20-Gipfel im Dezember in Florida einlädt. Besonders tückisch an dieser Falle: Es liegt ganz in der Hand von Wladimir Putin, ob sie zuschnappt.

Nimmt Putin die Einladung an, haben etliche G20-Mitglieder ein Problem. Jene, die zur Ukraine stehen, also vor allem Deutschland, Grossbritannien, Frankreich und Italien, aber auch Kanada, Japan, Australien und Südkorea.

Die G20 würden nämlich signalisieren, dass Putin zurückkehrt in den Kreis respektabler Staatschefs. Es gäbe weltweit Bilder, wie sie in Miami gemeinsam am Sitzungstisch sitzen und wie sie auf dem traditionellen «Familienfoto» alle vereint in die Kameras lächeln.

Einladung ohne Gegenleistung

Nichts gegen Dialog und Diplomatie, um einen blutigen Krieg zu beenden. Im Gegenteil. Doch Austausche finden schon jetzt statt, auf niedrigerer Ebene. Es wird ausgelotet, ob die Russen bereit sind, ihren Angriffskrieg gegen die Ukraine einigermassen gemäss dem Völkerrecht zu beenden.

Bloss deuten sämtliche Botschaften aus dem Kreml und sämtliche Taten nicht auf ein Kriegsende hin. Und niemand erwartet, dass Putin mit dem Minimalangebot eines umfassenden Waffenstillstands zum G20-Gipfel reist. Ohne ein solches wäre seine Teilnahme eine Rehabilitierung ohne die geringste Gegenleistung.

Unklar ist, ob Donald Trump bewusst die Europäer in die Bredouille bringen will oder ob es ihm nur darum geht, für seinen Gipfel Aufmerksamkeit zu schaffen und dem von ihm bewunderten russischen Diktator zu hofieren.

Fernbleiben und Trump verärgern?

Ohnehin muss man nun in europäischen und weiteren Hauptstädten abwägen, ob man nicht besser diesem G20-Gipfel fernbleibt. Was Trump gewiss als Brüskierung empfände durch die Europäer, die er ohnehin nicht mag.

Jedenfalls schadet Trump dem jetzt schon kriselnden Klub der G20. Begonnen hat er damit schon, als er das G20-Mitglied Südafrika auslud, weil dessen Regierung angeblich anti-weissen Rassismus fördert.

G20 ist sich kaum noch einig

Einst galten die G20-Gipfel als die bessere Form der G7-Gipfel, weil da auch die wichtigsten Schwellenländer dabei sind, das Gremium also repräsentativer ist. In der Finanzkrise 2008 erwiesen sich die G20 tatsächlich für kurze Zeit als nützlich. Doch seit Jahren fassen sie kaum noch Beschlüsse.

Die grössere Breite geht zulasten der Einigkeit. Die Gräben zwischen Demokratien und Diktaturen sind einfach zu gross. G20-Gipfel dauern heute keine 24 Stunden. Mehr Zeit, um nichts zu beschliessen, braucht es nicht.

Trump setzt nun mit der Einladung Putins die G20 einer Zerreissprobe aus. Gross wird das Bedauern nicht sein, wenn dieser Klub der Mächtigen zerfällt.

Diplomatischer Korrespondent

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Fredy Gsteiger ist diplomatischer Korrespondent und stellvertretender Chefredaktor bei Radio SRF. Vor seiner Radiotätigkeit war er Auslandredaktor beim «St. Galler Tagblatt», Nahost-Redaktor und Paris-Korrespondent der «Zeit» sowie Chefredaktor der «Weltwoche».

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