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Monday, September 14, 2026

Über Iran abgeschossen: Jetzt spricht US-Soldat erstmals

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  • Fast 50 Stunden hinter feindlichen Linien überlebte ein US-Soldat schwer verletzt den Abschuss seiner F-15E über dem Iran.
  • «Dude 44 Bravo» berichtet nun in der CBS-Sendung «60 Minutes» erstmals über den Absturz im Zagros-Gebirge und seinen Überlebenskampf.
  • Die Revolutionsgarden setzten ein Kopfgeld von 60’000 Dollar auf ihn aus; das US-Militär zerstörte bei der Rettungsaktion zwei Helikopter und ein Transportflugzeug.

Knapp ein halbes Jahr, nachdem sein Kampfjet im Iran-Krieg weit hinter feindlichen Linien abgeschossen wurde, hat der gerettete Soldat erstmals Details zum Absturz, seinem anschliessenden Überlebenskampf und der Rettungsaktion berichtet. Dies tat der Mann, der im Interview nur mit seinem Rufzeichen «Dude 44 Bravo» bezeichnet wird, im Rahmen der CBS-Sendung «60 Minutes».

Bravo hatte innerhalb der zweiköpfigen Besatzung des F-15E die Rolle des Waffensystemoffiziers inne und flog mit seinem Piloten am 3. April 2025 eine Mission tief im Iran. Das Duo überflog gerade das abgelegene Zagros-Gebirge im Westen des Landes, als ihr Flugzeug plötzlich getroffen wurde.

So lief der Abschuss ab

«Es fühlte sich an, als wären wir von einem Güterzug getroffen worden», erinnert sich Bravo im Gespräch mit CBS. Der 30 Millionen Dollar teure Mehrzweck-Kampfjet wurde nach US-Informationen beim Abschuss von einer schultergestützten Boden-Luftabwehrrakete getroffen und schwer beschädigt. Umgehend betätigte der Pilot die Schleudersitze für die beiden Insassen.

Während der Fallschirm des Piloten normal öffnete und dieser noch am gleichen Tag gerettet werden konnte, liefen die Dinge für Bravo deutlich schlechter: «Mein Fallschirm wurde beim Angriff beschädigt. [Nachdem der Schleudersitz ausgelöst hatte], schaute ich nach oben und sah keinen Fallschirm – das war das Schrecklichste, was ich je gesehen habe», so der Waffensystemoffizier bei «60 Minutes».

Schwer verletzt und hinter feindlichen Linien

Der US-Soldat schlug schliesslich hart auf und erlitt dabei diverse Verletzungen: Brüche im Rücken, an einem Arm und an einer Schulter, einen verstauchten Knöchel und diverse Schnitte an Kopf und Gesicht. Mehr dazu sagten weder er noch die US-Streitkräfte.

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Der eigentliche Überlebenskampf begann aber erst danach: Nachdem klar wurde, dass ein US-Luftwaffensoldat durch den Abschuss weit hinter feindlichen Linien gestrandet ist, entbrannte auf iranischer Seite eine fieberhafte Suche nach Bravo, dessen Festnahme für das iranische Regime ein riesiger Propaganda-Erfolg gewesen wäre. Unter anderem setzten die Revolutionsgarden ein Kopfgeld von 60’000 Dollar auf ihn aus.

Trotzdem entging der US-Soldat seinen Verfolgern: Wie er im Interview berichtet, musste er trotz seiner Verletzungen unter anderem einen 2000 Meter hohen Berggrat erklimmen und sich anschliessend in einem Spalt verstecken, während er auf Rettung wartete. «Ich hatte Verletzungen, aber wir trainieren alle, um uns anzupassen und solche Herausforderungen zu meistern», sagte er.

«Lass dich nie ins iranische Staats-TV bringen»

«Trotz der Verletzungen habe ich mich so schnell wie möglich von der Stelle entfernt, an der ich gelandet war – lass dich nie wegen zu wenig Motivation ins iranische Staats-TV bringen», scherzt der Waffensystemoffizier.

Nachdem er sich verschanzt hatte, sendete er eine erste Notnachricht an die US-Truppen ab, woraufhin die Rettungsaktion anlief. Beim ersten Versuch gelang es den US-Truppen nicht, Bravo zu lokalisieren, stattdessen kamen die Helikopter ebenfalls unter iranischen Beschuss.

Ein neuer Versuch einen Tag später brachte mehr Erfolg: Grosse Transportflugzeuge flogen kleine Helikopter zu einer provisorischen Landebahn in der Wüste, von wo aus die «Little Birds» ausschwärmten und Bravo schliesslich fanden. «Das war einer der grossartigsten Momente», erinnert sich Bravo an den Augenblick, an dem seine Retter auftauchten. 50 Stunden nach dem Abschuss seines Jets konnte der US-Soldat schliesslich seine Frau anrufen und sie wissen lassen, dass es ihm den Umständen entsprechend gut gehe.

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Dass das US-Militär bereit war, für die Rettung des abgeschossenen Piloten hohe Materialkosten in Kauf zu nehmen, zeigten auch Überbleibsel in der Wüste: So wurden zwei Helikopter und ein Transportflugzeug nach US-Berichten absichtlich zerstört. Die mit den Helikoptern beladene C-130 wäre wohl zu schwer gewesen, um wieder von der Wüstenpiste zu starten. Der Iran hatte die zerstörten Maschinen als Abschüsse durch seine Kämpfer markiert.

Benedikt Hollenstein

Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.

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