Ausschreitungen in ZH und BS – Brennende Barrikaden und Krawall bei Demos in Zürich und Basel

- In Zürich beteiligten sich laut der Polizei einige Hundert Personen an der Demonstration. Linksextreme Gruppierungen hatten dazu aufgerufen.
- Die Teilnehmenden setzten Barrikaden sowie ein Auto in Brand und griffen die Polizei bei einem Einsatz an.
- In Basel zogen rund 150 Personen durch die Innenstadt. Der öffentliche Verkehr in Basel musste zeitweise eingestellt werden.
In Zürich kam es am Samstagabend rund um die Langstrasse und den Helvetiaplatz zu Ausschreitungen. Die Demonstrierenden versammelten sich laut Stadtpolizei gegen 22.30 Uhr an der Langstrasse und trugen teils Halloween-Masken. Im Umfeld der unbewilligten Demonstration errichteten Teilnehmende Barrikaden aus Abfallcontainern, E-Trottinetts und weiteren Gegenständen und setzten diese in Brand.
Sachbeschädigungen und Angriff auf eine Polizeipatrouille
Gemäss einer Mitteilung der Stadtpolizei Zürich griff ein gewaltbereiter Mob die Einsatzkräfte mit Feuerwerk, Steinen und Flaschen an. Diese wiederum setzten Wasserwerfer, Reizstoff und Gummischrot ein.
In den Seitenstrassen kam es zu weiteren Auseinandersetzungen mit der Polizei. Zudem wurden Fensterscheiben und weiteres Inventar beschädigt. Die Scheiben der VBZ-Haltestelle Stauffacher sowie von Geschäften in der Nähe des Helvetiaplatzes wurden beschädigt. An der Zwinglistrasse wurde ein Auto in Brand gesetzt.
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Bild 1 von 6. Gegen die gewaltbereiten Demonstrierenden setzt die Polizei einen Wasserwerfer ein. Bildquelle: KEYSTONE / Christian Beutler.
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Bild 2 von 6. Insbesondere am Helvetiaplatz kam es zu Ausschreitungen. Eine Barrikade wurde aufgebaut und dann angezündet. Bildquelle: KEYSTONE/Christian Beutler.
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Bild 3 von 6. Randalierende zündeten auch an der Langstrasse einen Container an. Bildquelle: KEYSTONE / Christian Beutler.
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Bild 4 von 6. Einige Demonstrierende verbargen sich hinter Masken. Bildquelle: KEYSTONE / Christian Beutler.
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Bild 5 von 6. Die Polizei rückte in Vollmontur aus, auch die Berufsfeuerwehr von Schutz und Rettung Zürich stand im Einsatz. Bildquelle: SRF / BRK.
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Bild 6 von 6. Scheiben von Haltestellen wurden besprayt und Tramgleise blockiert. Bildquelle: SRF / BRK.
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Kurz nach Mitternacht sei zudem eine Streifenwagenpatrouille von einem Mob angegriffen worden, die wegen eines medizinischen Notfalls gerufen wurde. Dabei sei der Streifenwagen beschädigt worden und die Polizisten hätten sich zurückziehen müssen, bevor dem verletzten Teenager geholfen werden konnte, schreibt die Stadtpolizei Zürich.
Die Kantonspolizei Zürich hat in der Nacht auf Sonntag die Stadtpolizei unterstützt und im Rahmen der Ausschreitungen zwei junge Männer verhaftet. Die beiden trugen Waffen und Vermummungsmaterial bei sich, wie die Kapo mitteilt.
Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA konnte die Polizei noch nicht präzisieren, um welche Art von Waffen es sich handelt – Abklärungen seien im Gange. Die Kapo ertappte die beiden Schweizer im Alter von 19 und 21 Jahren, wie sie auf einer Baustelle mutmasslich Wurfgegenstände sammelten, um diese später gegen die Polizei einsetzen zu können. Zudem sprach sie 18 Wegweisungen aus.
Zu der Kundgebung in Zürich hatten linksextreme Gruppierungen aufgerufen. Abgesehen von skandierten Parolen aus der linksextremen Szene liess aber wenig auf den eigentlichen Grund der Demo schliessen. Transparente fehlten. Laut der Polizei wurden die Einsätze durch zahlreiche Gaffer erschwert, die sich teils für ein Selfie vor Personen mit Pyros oder brennende Barrikaden stellten.
Die Jungfreisinnigen und die Junge SVP Zürich verlangen nach den Ausschreitungen Samstagabend eine Distanzierung der linken Parteien vom Krawall. Zudem haben sie Forderungen an den Stadtrat.
Es seien zusätzliche Polizeistellen in dem Umfang zu bewilligen, den Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart (Grüne) selbst für notwendig halte, teilen die Jungfreisinnigen mit. Dies gelte auch für Material wie Wasserwerfer und Tränengas.
Zudem verlangen sie, dass sich SP, Grüne, AL und deren Jungparteien schriftlich von den Ausschreitungen distanzieren und darlegen, wie darauf zu reagieren sei. Sie sollten bekanntgeben, ob sie «Krawallanten» in den eigenen Reihen haben und diese ausschliessen.
Die JSVP fordert explizit von der Juso eine Distanzierung und wirft ihnen vor, Zustände wie in Frankreich zu verfolgen. Zudem verlangt die JSVP, dass sich Rykart erklären müsse, weshalb Zürich «erneut im Chaos versank», wie es im Communiqué heisst.
Um 1:30 Uhr beruhigte sich die Lage grösstenteils. Der angerichtete Sachschaden kann noch nicht beziffert werden.
ÖV in Basel lahmgelegt
Auch in Basel kam es bei einer unbewilligten Demonstration zu Ausschreitungen. Gemäss der Kantonspolizei Basel-Stadt zogen rund 150 Personen durch die Innenstadt. Die Kundgebung startete um 21 Uhr beim Claraplatz. Nach ersten Ansprachen bewegte sich der Demonstrationszug über die Mittlere Brücke zum Marktplatz und anschliessend ins St. Johann-Quartier. Am St. Johanns-Platz errichteten die Demonstrierenden Barrikaden und setzten diese in Brand. Nach Eingreifen der Polizei seien die Demoteilnehmenden in den St. Johanns-Park davongerannt. Die brennenden Barrikaden konnten durch die Feuerwehr gelöscht werden.
Entlang der Demoroute kam es zudem zu einzelnen Sachbeschädigungen. Der öffentliche Verkehr musste eingestellt werden und auch der Individualverkehr war gemäss der Kantonspolizei Basel-Stadt beeinträchtigt.
SRF 4 Nachrichten, 31.10.2026, 7 Uhr ; Agenturen/srf/bils; sche
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