«Bisschen surreal»: Beatrice Egli schreibt heute Abend Geschichte

- Schlagerstar Beatrice Egli (38) steht heute Abend erstmals mit einer eigenen Show im Zürcher Hallenstadion auf der Bühne.
- Für das Heimspiel hat sie das Programm angepasst: mehr Mundart-Songs und Überraschungsgast Trauffer.
- Egli betont, dass hinter ihrer öffentlichen Lebensfreude auch Müdigkeit und schlechte Tage stehen dürfen.
Heute Abend erfüllt sich Beatrice Egli (38) einen Traum, den sie jahrelang mit sich herumgetragen hat: eine eigene Show im Zürcher Hallenstadion. Kurz vor dem Auftritt wirkt selbst die routinierte Sängerin noch immer überwältigt. Schliesslich ist sie die erste Schweizer Solokünstlerin, der eine Show dieser Grösse gelingt.
«Es ist ehrlich gesagt immer noch ein bisschen surreal», sagt die 38-Jährige zu 20 Minuten. Das Hallenstadion sei für sie lange dieser eine grosse Traum gewesen. «Ich glaube, ich werde diesen Moment erst richtig begreifen, wenn ich dort auf der Bühne stehe und die ersten Töne erklingen.»
Für Egli ist der Abend mehr als ein weiterer Tourstopp. «Es ist ein ganz besonderer Meilenstein auf meinem Weg.» Besonders berühre sie, wie viele Menschen sie über all die Jahre begleitet hätten. «Irgendwann merkt man: Wow, aus den kleinen Bühnen sind grosse Hallen geworden.»
Trauffer kommt als Überraschungsgast
Für ihr Heimspiel hat Egli die Show angepasst. Das Schweizer Publikum bekommt mehr Songs auf Mundart zu hören, dazu sind Überraschungen geplant. Einen Gast verrät sie bereits: Trauffer wird mit ihr auf der Bühne stehen. «Ich habe ihn zuletzt an genau diesem Ort besucht», sagt Egli. Nun dreht sie den Spiess um.
Der Abend solle sich nicht einfach wie ein weiterer Termin ihrer Tour anfühlen, sondern wie «ein grosses gemeinsames Heimat-Fest». Egli lacht: «Wenn man im Hallenstadion steht und so viele Schweizer Herzen vor sich hat, darf es auch ein bisschen heimelig werden.»
Passend dazu veröffentlicht sie derzeit wieder verstärkt Musik auf Schweizerdeutsch. «Es ist nicht nur meine Muttersprache, sondern auch meine Herzenssprache.» Hochdeutsch sei zwar ihre Bühnensprache, doch Mundart komme näher an ihre Gefühle heran. «Es gibt Worte und Redewendungen, die haben auf Schweizerdeutsch einfach eine andere Wärme.»
«Heimat kann in einer Umarmung stecken.»
Auch ihr Verhältnis zur Schweiz habe sich durch die vielen Jahre unterwegs verändert. Je häufiger sie reise, desto stärker schätze sie das Zurückkommen. «Wenn man jung ist, freut man sich auf die Flügel, um das eigene Nest zu verlassen», sagt sie. Später merke man, wie wichtig die Menschen seien, die einem diese Flügel überhaupt gegeben hätten.
Kraft finde sie heute besonders in der Schweizer Natur, den Bergen und Seen – aber auch bei Familie und Freunden. «Heimat kann ein Ort sein, aber sie kann genauso gut in einem Menschen, einer Umarmung oder einem Lied stecken.»
Nicht immer nur die gut gelaunte Beatrice
Dass Egli öffentlich fast immer mit Lebensfreude verbunden wird, bedeute nicht, dass sie ständig bestens gelaunt sei. «Manchmal bin ich auch einfach nur die müde, hungrige oder genervte Beatrice», sagt sie lachend. Auch sie habe traurige Tage oder Momente, in denen sie ihre Ruhe brauche. «Ich möchte den Menschen keine perfekte Welt vorspielen. Ich möchte ihnen zeigen: Es darf alles da sein.»
Auch beruflich hat sie zuletzt bewusst Platz für Neues geschaffen. Nach acht Ausgaben beendete sie ihre «Beatrice Egli Show». «Ein Nein bedeutet nicht automatisch, dass man etwas nicht mehr liebt. Manchmal bedeutet es einfach: Jetzt ist der Moment für etwas Neues.»
«Wie viel Herz war da?»
Was also muss am Samstagabend passieren, damit sie nach der Show sagen kann: Dafür hat sich alles gelohnt? Nicht die Zahl der Zuschauer sei entscheidend. «Ich möchte am Ende nicht denken: Wie viele Menschen waren da? Sondern: Wie viel Herz war da?»
Wenn sie von der Bühne gehe und spüre, dass Publikum und Künstlerin an diesem Abend gemeinsam getanzt, gelacht und gelebt hätten, sei ihr Traum erfüllt. «Wenn unsere Herzen synchron geschlagen haben, dann ist mein grösster Traum wahr geworden.»
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Ammar Jusufi (amj), Jahrgang 2001, arbeitet seit November 2024 für 20 Minuten. Nach seinem Praktikum im Ressort Ostschweiz ist er nun Redakteur im Ressort People.
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