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Friday, October 9, 2026

Kleinaktionäre wollen Skigebiet Braunwald kaufen und retten

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Aufstand im Glarnerland

Kleinaktionäre wollen Skigebiet Braunwald kaufen und retten

Braunwald kämpft weiter um sein Skigebiet. «Bruuwald zäme» legt Hauptaktionär Richi Bolt ein Kaufangebot über 300'000 Franken vor. Doch die Uhr tickt gnadenlos.

Publiziert: vor 20 Minuten

  • Gruppe bietet 300'000 Franken für Hauptaktionär Richi Bolts Anteilen an der Sportbahnen Braunwald AG
  • Frist für seine Rückmeldung läuft bereits Ende dieser Woche ab
  • Weiterer Kapitalbedarf: mehrere Millionen Franken
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

In Braunwald GL geht die Saga um den Skibetrieb weiter. Die Sportbahnen Braunwald AG schreiben seit Jahren tiefrote Zahlen, im Juni wurde das Ende des Skibetriebs beschlossen. Auch die Gumenbahn soll Ende Oktober stillgelegt werden. Das hat Folgen: Auch die Skischule und ein Klettersteig stehen vor dem Aus.

Das will sich eine Interessengemeinschaft aus Einheimischen und Ferienhausbesitzern nicht gefallen lassen. Und die Bahnen kaufen. Jetzt liegt ein Angebot vor, wie die «Südostschweiz» zuerst berichtete. Eine Rettungsgruppe will dem Hauptaktionär und Verwaltungsratspräsidenten Richi Bolt (57) 300'000 Franken für seinen Aktienanteil bieten.

Könnten von heute auf morgen übernehmen

Die Gruppe steht bereits in den Startlöchern. «Wir wären bereit, von heute auf morgen zu übernehmen», sagt Andres Eberhard (43), Sprecher von «Bruuwald zäme». So heisst die Interessengemeinschaft aus Einheimischen und Ferienhausbesitzern, die den Skibetrieb retten will. «Wir haben auch schon Personal», betont Eberhard. «Ebenso stehen eine Geschäftsleitung und ein Verwaltungsrat bereit für den Übergang.»

Doch die Zeit drängt extrem, wie Blick erfahren hat. Die Frist für die Annahme des Kaufangebots läuft bereits in diesen Tagen ab. Vom Hauptaktionär fehlt bislang jede Rückmeldung. Die Gruppe stand schon zuvor im Austausch mit dem Verwaltungsratspräsidenten der Sportbahnen und will so rasch wie möglich loslegen. Das sei auch der Grund für die kurze Deadline, erklärt Eberhard.

«Die Firma steht kurz vor der Insolvenz»

Die Gruppe hat die Sportbahnen Braunwald in den vergangenen Wochen bewertet und beziffert deren Wert auf rund 650'000 Franken. Da Richi Bolt etwa 46 Prozent der Aktien hält, erachtet die Gruppe ihr Angebot von 300'000 Franken als realistisch. «Die Firma steht kurz vor der Insolvenz. Und wenn man ehrlich wäre, dann müsste man für diese Firma nur einen Franken bezahlen», sagt Eberhard.

Das Angebot hat allerdings einen Haken: «Bruuwald zäme» verlangt, dass Bolt der Gesellschaft die bei ihm aufgelaufenen Schulden erlässt. Und diese haben es in sich: Sie belaufen sich auf knapp vier Millionen Franken. Für Bolt würde das einen enormen Verlust bedeuten. Warum also sollte er darauf eingehen? «Wir würden ihn davor bewahren, noch viel mehr Geld zu verlieren», argumentiert Eberhard. «Es sind allein in nächster Zeit noch weitere drei bis vier Millionen Franken, die er da hineinstecken muss.» Eine Anfrage an Bolt ist noch offen.

Es braucht noch viel Geld

Auch ein Weiterbetrieb unter der Regie von «Bruuwald zäme» geht gewaltig ins Geld. Die Gruppe schätzt die Kosten für die anstehenden Erneuerungen auf 1,5 Millionen Franken. Ergänzend sieht ihr Geschäftsplan einen Puffer von 500'000 Franken vor, um finanziell abgesichert zu sein.

Die Zusage der Investoren für das 300'000-Franken-Kaufangebot liegt bereits vor. Das restliche Kapital müsse noch beschafft werden, erklärt Eberhard: «Wir stehen mit verschiedenen Investoren in Kontakt, auch aus unserer Unterstützergruppe. Für weitere Investitionen müssten wir womöglich auf ein Crowdfunding setzen.»

Alles oder nichts?

Wenn sie den Zuschlag bekommen, würde die Gruppe den Skibetrieb diesen Winter weiterführen wollen. «Wir sind sicher, dass es in einer Übergangsphase einen Skibetrieb braucht, um die schwarze Null zu erreichen», meint Eberhard.

Und was, wenn «Bruuwald zäme» jetzt doch nicht zum Zug kommt? «Damit ist es gelaufen für diesen Winter. Wir machen sicher nicht noch einmal ein Angebot», sagt der Sprecher. Sie würden die Entscheidung von Bolt respektieren. «Wir arbeiten weiter für Braunwald», versichert Eberhard.

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