Partnersuche via Whatsapp: Schweizer Tennis-Ass träumt von Paris

- Die Genferin Naïma Karamoko (29) ist die beste Schweizer Doppelspielerin.
- Sie setzt seit zwei Jahren voll aufs Doppel und träumt von einem Auftritt bei den French Open in Paris.
- Ihre Doppelpartnerinnen findet sie manchmal auch per Instagram oder Whatsapp. Bis November 2026 will sie in die Top 80 vorstossen, um ihre Chance auf eine Teilnahme an den Australian Open zu vergrössern.
Als Naïma Karamoko noch ein kleines Mädchen war, besuchte sie mit ihrem Vater Roland Garros und entwickelte den Traum, dereinst selbst auf den berühmtesten Sandplätzen der Welt in Paris Tennis spielen zu können. Auch mit 29 Jahren hat die Genferin diesen Traum noch nicht an den Nagel gehängt, wie sie im Gespräch mit 20 Minuten erzählt.
«Das wäre eine schöne Geschichte. Paris ist nur drei Stunden von meiner Heimat entfernt, sodass Leute kommen könnten, um mich zu sehen», sagt Karamoko, die sich vor zwei Jahren dazu entschied, voll auf Doppel zu setzen und dort zum Zeitpunkt des Interviews auf Weltranglistenplatz 98 mittlerweile die bestklassierte Schweizer Spielerin ist.
Naïma Karamoko lernte von Bencic und Wawrinka
«Ich mag Doppel sehr, denn es bringt ein Teamgefühl in einen Einzelsport. Auch mein Spielstil passt gut zum Doppel, das haben wir erst später erkannt», begründet die Genferin ihren Entschluss, ihre Einzelkarriere zumindest auf Profi-Niveau vorerst ruhen zu lassen.
Im Doppel stiess sie in diesem Jahr phasenweise bis auf Rang 88 der Weltrangliste vor, nachdem sie im Januar mit Belinda Bencic und Stan Wawrinka beim United Cup in Australien antreten konnte.
«Es war eine unglaubliche Zeit. Ich konnte viel lernen von den beiden, weil ich ihnen aus der Nähe zuschauen konnte», schwärmt Karamoko von der Erfahrung mit den Schweizer Tennis-Grössen Down Under.
Sowohl Bencic als auch Wawrinka würden dem Sport vieles unterordnen und sehr hart auf und neben dem Platz arbeiten, um ihre Erfolge zu erreichen. «Ich habe grossen Respekt vor ihnen. Diese zwei Wochen in Australien haben mir sehr geholfen.»
Karamoko schwärmt von ihrem Team
Lernte Karamoko Anfang des Jahres die grosse Bühne des Daseins als Profisportlerin kennen, so verbringt sie den Grossteil der restlichen Saison abseits des Scheinwerferlichtes. Vornehmlich an kleineren Turnieren der Challenger-Tour kämpft die Westschweizerin um Punkte und Preisgelder – weit entfernt von den Millionen, die Grand-Slam-Champions einstreichen.
«Ich habe das Glück, ein sehr gutes und professionelles Team um mich zu haben – beim Coaching und auch darum herum», erklärt Karamoko. Eine Genfer Bank sowie private Sponsoren würden ihr helfen, Teile des kostspieligen Lebens als Tennis-Profi auf diesem Niveau mitzufinanzieren.
Partnersuche via Insta oder Whatsapp
Während andere in ihrem Alter bei ausbleibendem Grosserfolg teilweise den Sport zugunsten einer Karriere in der Privatwirtschaft opfern, hält Karamoko an ihrem Traum fest. Zu gross ist ihre Leidenschaft fürs Tennis. «Ehrlich gesagt habe ich nie ans Aufhören gedacht», sagt sie. «Natürlich gibt es schwierigere Zeiten als andere, aber ich war immer sehr motiviert und habe zudem das Glück, dass meine Familie hinter mir steht und mich unterstützt. Dafür bin ich sehr dankbar.»
Im Gegensatz zum Einzel gibt es bei Grand-Slam-Turnieren beim Doppel keine Qualifikationsrunden. «Entscheidend ist die Summe aus meiner Rangliste und jener meiner Partnerin; sie muss ungefähr bei 140 liegen», erklärt Karamoko. Bliebe sie bis Januar 2027 auf einer Platzierung um die Position 100, müsste sie also eine Partnerin im Bereich von Weltranglistenplatz 40 finden, um an den Australian Open in Melbourne teilnehmen zu können.
Karamokos Ziel ist es aber nicht bloss, den Status quo zu erhalten, sondern bis November 2026, wenn die Anmeldefrist abläuft, unter die Top 80 zu kommen. So müsste sie dann eine Partnerin finden, die auf Platz 60 der Weltrangliste steht, um eine Chance zu haben, an dem Turnier teilzunehmen.
Während gewisse Doppel-Spezialisten wie beispielsweise einst die berühmten Bryan-Brüder stets mit demselben Partner antreten, tauscht Karamoko die Spielerin an ihrer Seite ständig. Die Partnervermittlung geschieht dabei sehr zufällig. «Wir schreiben einander einfach – über Instagram, Whatsapp, falls man die Nummer hat, oder auf irgendeinem anderen Weg», erklärt die Westschweizerin.
Was ist für dich im Profitennis wichtiger als das grosse Talent?
Florian Gnägi (flo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten im Ressort Sport. Seine grösste Expertise hat er auf den Themengebieten Fussball und Tennis.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
