Ermittlung in "zwei Richtungen": Verdacht auf "verfassungsfeindliche Sabotage" bei Umspannwerk nahe Köln

Ermittlung in "zwei Richtungen"Verdacht auf "verfassungsfeindliche Sabotage" bei Umspannwerk nahe Köln
02.09.2026, 12:19 Uhr
Der Kurzschluss an einem Umspannwerk in NRW ist offenbar vorsätzlich herbeigeführt worden. Die Behörden ermitteln wegen des Anfangsverdachts der "verfassungsfeindlichen Sabotage". Die Tat weist Parallelen zu einem Vorfall in Brandenburg auf.
Nach dem Kurzschluss an einem Umspannwerk in Bergheim in Nordrhein-Westfalen gehen die Ermittler von einer vorsätzlichen Tat aus. "Es besteht der Anfangsverdacht einer verfassungsfeindlichen Sabotage", sagte Landesinnenminister Herbert Reul. Geprüft wird demnach "in zwei Richtungen - fremdstaatlich gelenkte Sabotage und Linksextremismus".
Zuvor hatte sich bereits ein Sprecher der Polizei zur Ursache geäußert. "Wir gehen nach aktuellem Ermittlungsstand nicht von einem technischen Defekt, sondern von einer vorsätzlichen Tat, einer Straftat, aus."
Infolge der Störung an einem Umspannwerk in Bergheim nahe Köln sind fünf Braunkohlen-Kraftwerksblöcke von RWE an zwei Standorten vom Netz gegangen. Diese Blöcke im Rheinischen Revier mit einer grundsätzlichen Kraftwerkskapazität von insgesamt rund 4200 Megawatt speisten zum Zeitpunkt des Vorfalls rund 3000 MW benötigte Leistung ins Netz ein, schilderte ein Sprecher der RWE Power.
Stromversorgung blieb sichergestellt
Die allgemeine Stromversorgung blieb trotz des Vorfalls durchgehend sichergestellt. Das betonte Amprion, der Übertragungsnetzbetreiber, dem die Umspannanlage gehört. An dieser war die Störung laut Polizei am Dienstagabend vorsätzlich herbeigeführt worden war. Entfallen die von RWE eingespeisten Mengen im Stromnetz für die Versorgung, können diese von Amprion aus anderen Bereichen herangezogen werden.
Laut RWE Power waren durch den Vorfall "im Umfeld" der Umspannanlage das Kraftwerk Niederaußem in Bergheim mit den Blöcken H, G und K betroffen. Am Kraftwerk Neurath in Grevenbroich seien die Blöcke G und F vom Netz gegangen. Der Block Niederaußen H sei aber bereits wieder ans Netz gegangen, sagte Sprecher Matthias Beigel. Zwei weitere Blöcke sollten im Tagesverlauf folgen. An der Wiederinbetriebnahme der beiden übrigen Blöcke werde ebenfalls gearbeitet, berichtete das Unternehmen weiter.
Erst am Dienstagmorgen hatten Unbekannte nahe dem Kohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg versucht, Kurzschlüsse an Höchstspannungsleitungen auszulösen. In zwei Fällen gelang dies nach Behördenangaben. Die Polizei ermittelt wegen Sabotage. In den vergangenen Monaten gab es weitere Vorfälle an der Strominfrastruktur. So zündeten im Januar mutmaßlich linksextreme Täter Starkstromleitungen nahe einem Kraftwerk im Südwesten Berlins an.
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