Das Detail zum Bundesligaspieltag: Rücktritt abgelehnt – in Istanbul

Nach nur drei Spieltagen ist Gladbachs Trainer zurückgetreten. Weitere Bundesligatrainer bangen um ihren Job. In der Türkei ist ein Gegentrend zu beobachten.
An einer Weiterbeschäftigung von Trainer Eugen Polanski bei Borussia Mönchengladbach hat wohl schon am Samstag nach der 0:5-Niederlage in Freiburg keiner mehr geglaubt. Am Sonntag wurde aus dem Glauben dann Gewissheit. Der Rücktritt von Polanski wurde bekannt. Bereits nach drei Spieltagen können die Trainerstühle in der Bundesliga mächtig wackeln. Bayer Leverkusen konnte sich vergangene Saison sogar am Ende des zweiten Spieltags keine Zukunft mehr mit dem neu eingestellten Coach Erik ten Hag vorstellen.
Einen noch schlechteren Ruf, was den Trainerverschleiß angeht, hat die türkische Süper Lig. Aktuell ist allerdings ein interessanter Gegentrend zu beobachten. Am Donnerstag noch hatte sich Fenerbahce-Trainer Ismail Kartal nach dem Champions-League-Auftakt gegen AS Rom (1:1) dem massiven Druck im Umfeld des Vereins gebeugt und seinen Rücktritt verkündet: „Ich habe diese Entscheidung getroffen, um den Weg für meinen Klub freizumachen.“
Insbesondere die Fans sind über den Saisonstart in der Liga (zwei Niederlagen nach vier Spielen) erbost. Ein Flaschenwurf, der Kartals Kopf traf, soll dessen Entscheidungsfindung maßgeblich beschleunigt haben.
Doch am Samstag zeigte der Verein Bilder von Ismail Kartal bei der Arbeit und Vorbereitung auf das Spiel am Montag bei Gaziantep FK. „Ich habe gesagt, du wirst weitermachen, Ende. Wir sind eine Familie“, wurde Präsident Aziz Yildirim zitiert.
Ein ähnlicher Fall ereignete sich schon im August beim Ligarivalen Trabzonspor. Trainer Fatih Tekke trat zurück und musste bleiben. „Aufgrund der emotionalen Belastung“ wollte er nach der verpassten Qualifikation für die Europa League sein Team nicht weiter betreuen, obwohl er in der Liga gerade erst mit einem Remis und einem Sieg gestartet war.
Aber so schnell, wie sich das Tekke vorstellte, geht es in der türkischen Liga eben nicht mehr. Der Vorstand von Trabzonspor wies das Ansinnen seines Trainers freundlich zurück. Erst vier Tage später, nach einer erneuten Niederlage, konnten sich der Klub und Tekke darauf einigen, das Arbeitsverhältnis zu beenden.
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