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Thursday, October 15, 2026

Warum Belgien ein Problem mit Pferdefleisch hat

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An der Frittenbude in Belgien gibt es Hamburger, Fleischkrokette oder Bitterballen. Bei einer Untersuchung kam heraus: 27 Prozent der Gerichte enthalten Pferdefleisch. Und nicht immer ist das transparent.

07.10.2026 | 2:06 min

"Wissen Sie, was in Ihrem Snack von der Frittenbude enthalten ist?", prangt es auf Werbeplakaten in ganz Belgien. Auch zu sehen: ein schwarzes Pferd mit verbundenen Augen. Dahinter steht die belgische Tierschutzorganisation "Gaia": Sie hat im August an 25 Frittenbuden in ganz Belgien insgesamt 123 verschiedene Fleischprodukte eingekauft. Das Ergebnis: In 27 Prozent der untersuchten Gerichte wurde Pferde-DNA gefunden. "Das ist besonders überraschend, da es nicht offensichtlich als solches gekennzeichnet ist", erklärt Sébastien de Jonge von der Tierschutzorganisation.

Das bedeutet: Der Verbraucher hat sehr wahrscheinlich... nein, eigentlich fast sicher Pferdefleisch gegessen, ohne es zu wissen.

Sébastien de Jonge, Tierschutzorganisation Gaia

Es sei kein Zufall, so de Jonge, dass beim Verkauf von Fleischprodukten nicht offensiv damit geworben werde, wenn Pferd enthalten sei. Man spreche lieber von einer "Fleisch-Krokette" statt von einer "Pferdefleisch-Krokette".

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18.02.2026 | 0:25 min

Jede einzelne Zutat aufzulisten, sei zu viel Aufwand

Bernard Lefèvre vertritt rund 1.500 "Friterien". Jede einzelne Zutat aufzulisten, sei zu viel Aufwand und wenig hilfreich: "Wo endet dann die Information? Eine Friterie könnte etwa 30 Produkte auf der Karte haben. Ein Produkt hat vielleicht zwischen fünf und 15 Inhaltsstoffe", so Lefèvre. Das würde ein ellenlanges Plakat mit kleinsten Buchstaben zur Folge haben. Sein Appell darum: "Fragt einfach nach!" Wer zum Beispiel vegan lebt, würde auch nachfragen, ob Ei in der Mayonnaise enthalten sei.

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28.07.2026 | 43:17 min

Keine spezielle Zucht oder Haltung für Pferdefleisch

Pferdefleisch gilt in Belgien als Delikatesse, der Verzehr ist normal - das merkt man auch, wenn man an einer Frittenbude mitten in Brüssel mit den Menschen spricht: Wenige wissen, dass Pferd darin verarbeitet sein könnte. Aber es stört auch nicht viele. Pferdefleisch sei gesund, erklärt zum Beispiel eine ältere Dame, es habe deutlich weniger Cholesterin. Und auf Nachfrage an der Frittenbude wird tatsächlich eine Zutatenliste vorgezeigt: Huhn, Schwein, Rind - in diesem Fall also kein Pferd.

Die Tierschutzorganisation Gaia sieht den Verzehr trotzdem als problematisch, denn es gebe keine spezielle Zucht oder Haltung für Pferdefleisch. "Das bedeutet: Das Pferd, das man - oft unwissentlich - isst, ist häufig genau jenes Tier, dem man auf der Weide, bei einem Spaziergang oder in der Reithalle begegnet, wenn man sein Kind zum Reitunterricht bringt."

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Pferdefleisch kommt oft aus dem Ausland

Die Tierschützer warnen: Ein Großteil des Pferdefleisches sei aus dem Ausland importiert. Immer wieder gebe es Skandale mit gefälschten Dokumenten, sodass zum Beispiel Sportpferde, die nicht zum Verzehr geeignet sind, ihren Weg auf den Teller finden. Darum solle Pferdefleisch ganz verboten werden: "Unser Ziel ist es keineswegs, die Frittenbuden an sich infrage zu stellen, sondern vielmehr die Politik zum Handeln und zur gesetzlichen Regelung dieser Frage zu bewegen", so Tierschützer de Jonge.

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29.12.2025 | 1:12 min

Betreiber müssen Pferdefleisch nicht ausweisen

Laut europäischem Recht muss an der Frittenbude, in Belgien "Friterie" oder "Frituur" genannt, nicht ausgewiesen sein, welches Fleisch verwendet wurde. Die Rede ist hier von all den Produkten, die traditionell neben den Pommes frites angeboten werden: Frikadelle, verschiedene Fleischbällchen, Würstchen usw. Anders als zum Beispiel im Supermarkt, wo bei verpacktem Fleisch die genauen Zutaten aufgelistet werden müssen, reicht es bei Frittenbuden, wenn diese Informationen mündlich erteilt werden.

Ob eine Änderung der EU-Verordnung vorgesehen ist? Der zuständige EU-Kommissar hat auf Interviewanfragen nicht reagiert. Eine Sprecherin der EU-Kommission erklärte auf Nachfrage, man unterstütze das Recht der Verbraucher, zu erfahren, was sie essen. Aber: Es sei in der Hand der Mitgliedsstaaten, eine Verschärfung durchzuführen, wenn sie dies wünschen.

Über dieses Thema berichtete die Sendung Heute in Europa am 07.10.2026 um 16:00 Uhr.

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