Wärter schmuggelt Haschisch und hilft bei Beweismanipulation

- Ein Gefängniswärter in Orbe VD schmuggelte 2025 Haschisch zu Häftlingen und übermittelte für sie heimlich Nachrichten nach draussen.
- Ein inhaftierter Betrüger nutzte ihn als Mittelsmann, um unter anderem die Manipulation von Beweismitteln zu organisieren.
- Der Wärter wurde zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt. Ähnliche, voneinander unabhängige Schmuggelfälle wurden auch aus Zürcher Gefängnissen bekannt.
Ein Gefängniswärter im Kanton Waadt hat für mehrere Häftlinge verbotene Dienste übernommen. Wie «Watson» berichtet, schmuggelte der Mitarbeiter des Gefängnisses La Croisée in Orbe VD unter anderem Haschisch in die Anstalt und übermittelte Nachrichten nach draussen. Teilweise erhielt er dafür Geld.
Besonders weit ging die Hilfe im Fall eines wegen Betrugs inhaftierten Mannes, wie «Watson» schreibt. Im Sommer 2025 fotografierte der gebürtige Marokkaner dessen handschriftliche Nachrichten und leitete sie an sein Umfeld weiter. In einer davon forderte der Häftling seine Partnerin auf, Zahlungsbelege für zwei Autos zu beschaffen. Zudem sollten Kaufverträge unterzeichnet und auf März 2024 zurückdatiert werden.
Wärter schmuggelte Haschisch ins Gefängnis
Der Wärter versorgte Gefangene auch mit Haschisch. Im April 2025 brachte er einem Häftling zweimal je 15 Gramm und erhielt dafür jeweils 100 Franken. Im Juni folgte eine weitere Lieferung für einen anderen Gefangenen. Für 80 Franken sollte er zudem eine Telefonnummer und eine E-Zigarette übergeben. Diesen Auftrag führte er nicht aus, behielt aber das Geld.
Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung im August fanden Ermittler eine weitere Nachricht des inhaftierten Betrügers. Darin wollte dieser über einen Bekannten möglichst rasch einen weiteren Anwalt einschalten – noch bevor die Polizei Beweismittel sicherstellen konnte. Die Ermittler stiessen zudem auf Wachstumshormone, Anabolika und weitere Medikamente. Der Wärter hatte solche Substanzen zuvor im Ausland bestellt, nach Frankreich liefern lassen und anschliessend in die Schweiz gebracht.
Sechs Monate auf Bewährung für zwei Jahre
Die Waadtländer Staatsanwaltschaft verurteilte den ehemaligen Gefängnisbeamten zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung für zwei Jahre sowie zu einer Busse von 300 Franken. Der Strafbefehl wurde nicht angefochten und ist rechtskräftig. Laut «Watson» wurde der Mann unter anderem wegen Amtsmissbrauchs, passiver Bestechung und Beihilfe zur Geldwäscherei verurteilt. Er arbeitet inzwischen nicht mehr für den Waadtländer Strafvollzug.
Auch ähnliche Fälle in Zürcher Gefängnissen
In den vergangenen Jahren sorgten auch in Zürcher Gefängnissen mehrere voneinander unabhängige Fälle für Aufsehen. Im April 2026 wurde ein ehemaliger Werkmeister der JVA Pöschwies zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt. Er hatte zwischen 2021 und 2022 unter anderem Haschisch, Kokain, Handys und Alkohol in die Anstalt geschmuggelt. Das Bezirksgericht sprach ihn wegen bandenmässigen Drogenhandels und mehrfacher passiver Bestechung schuldig.
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Ein anderer Fall wurde 2022 aus dem Gefängnis Zürich bekannt. Ein ehemaliger Insasse sagte gegenüber 20 Minuten, ein Aufseher habe Häftlingen gegen Bezahlung Handys und Drogen ins Gefängnis gebracht. Das Zürcher Amt für Justizvollzug bestätigte damals, dass bei Kontrollen verbotene Gegenstände sichergestellt worden waren. Ob Mitarbeitende daran beteiligt waren, war zu diesem Zeitpunkt noch Gegenstand der Abklärungen.
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Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.
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