Nach über 100 Jahren: Forscher knacken den Code von Katzenurin

- Katzen erkennen einander über individuelle Duftmarken im Urin.
- Forschende haben nun entdeckt, warum diese Duftsignatur lange stabil bleibt.
- Das Geheimnis sitzt in ihren Nieren: Winzige Fetttröpfchen speichern die für den individuellen Geruch charakteristische Fettsäuren.
Wie viele andere Tiere hinterlassen auch Katzen Duftmarken. Diese dienen der Kommunikation. Anhand dieses Uringeruchs können sie einander wiedererkennen – sogar über Monate hinweg. Und das, obwohl Duftmoleküle verdunsten, sich zersetzen und sich verändern.
Wie das möglich ist, war bislang unklar. Erst jetzt liefern Forschende aus Japan die Erklärung.
Katzen besitzen «chemische Visitenkarte»
Das Team um Masao Miyazaki von der Iwate-Universität fand heraus, dass diese «chemische Visitenkarte» auf 13 sogenannten verzweigtkettigen Fettsäuren (BFAs) beruht.
Deren Kombinationen und relative Anteile variieren zwar zwischen verschiedenen Katzen, innerhalb desselben Individuums bleiben sie jedoch relativ stabil. Möglich macht das eine Art Reservoir in den Katzennieren.
Reservoir in Katzennieren: Was heisst das?
Die Forschenden konnten nachweisen, dass die individuellen Duftmarken dank winzigen Fetttröpfchen in den Nieren von Katzen beständig sind.
Diese stabiliseren die 13 BFAs und ermöglichen es ihnen, ihre charakteristische Struktur beizubehalten, «selbst bei Veränderungen in der Ernährung oder an dem körperlichen Zustand der Katze», so das Team. Wahrscheinlich werden die BFAs dann nach und nach über den Urin ausgeschieden.
Team löst jahrzehntealtes Rätsel
Die Fetttröpfchen sind schon seit mehr als 100 Jahren bekannt, allerdings gab ihre Funktion ebenso lang schon Rätsel auf, zitiert «Science.org» Miyazaki. «Diese ungewöhnliche Eigenschaft der Nieren mit chemischen Signalen im Urin in Verbindung zu bringen, war völlig unerwartet.»
Büsis sind nicht nicht die einzigen Vertreter aus der Katzenfamilie, bei denen die Forschenden die in Fetttröpfchen gespeicherten BFAs fanden. Auch im Urin von etwa Löwen, Tigern, Leoparden, Jaguaren und Luchsen wurden sie fündig – wenn auch mit einer geringeren Vielfalt als bei Hauskatzen.
Das deutet darauf hin, dass diese chemische Signatur bei Katzen weit verbreitet sein könnte, sich aber im Laufe der Katzenevolution diversifiziert hat. Ob auch Wildkatzen BFAs zur individuellen Erkennung nutzen, muss noch untersucht werden.
Die Studie ist im Fachjournal «Current Biology» erschienen.
Erst Anfang des Jahres hatte ein Team um Miyazaki geklärt, wie man seine Katze dazu bringen kann, eigentlich verschmähtes Futter zu fressen.
Katzen im Forschungsfokus
- Im März 2026 klärte ein japanisches Team, wie ein anatomischer Trick Katzen immer auf den Pfoten landen lässt.
- Im Dezember 2025 kamen Berliner Forschende zu dem Schluss: Am Schnurren lassen sich Katzen ziemlich gut auseinanderhalten.
- Nur einen Monat früher, im November 2025, hiess es: Die Geschichte der Hauskatzen muss umgeschrieben werden.
- Forschende aus Japan berichteten, dass Katzen Menschenbabys in Sachen Sprach-Skills mitunter deutlich überlegen sind.
- Ein anderes Team klärte, was Katzen eigentlich treiben, wenn sie draussen alleine unterwegs sind.
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- Ein anderes Forschungsteam klärte darüber auf, warum Katzen so gerne an Möbelstücken kratzen – und was dagegen hilft.
- Im Jahr 2025 berichteten Forschende von einem KI-basierten Katzenübersetzer.
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