Nach doppeltem Schock: So reagieren Bayern-Stars bei einem Anfall

Darum gehts
- Jamal Musiala feiert beim 5:0-Sieg des FC Bayern München gegen FK Bodö/Glimt in der Champions League sein Startelf-Comeback.
- Musialas Mitspieler sind laut «Bild» geschult, wie sie reagieren müssen, sollte er im Training oder Spiel erneut kollabieren.
- «Man geht hin, versucht, dass man ihn auf den Boden legt. Dann haben wir die Ärzte und Physios, die sich dann darum kümmern», so Joshua Kimmich.
Auf diesen Moment hatte man beim FC Bayern sehnsüchtig gewartet – allen voran natürlich Jamal Musiala selbst. Dass der 23-Jährige bei seinem Startelf-Comeback mit seinem Tor kurz nach der Pause das 5:0-Schützenfest des deutschen Meisters gegen FK Bodö/Glimt auf der grossen Champions-League-Bühne einleitete, «das sind so Geschichten, die der Fussball schreibt», kommentierte Sportvorstand Max Eberl.

«Richtig glücklich» war Musiala, als er nach diesem «super Moment» bei Dazn einen Einblick in seine Gefühlswelt gab. «Ich bin sehr glücklich für mich selbst», sagte er. Und Musiala sprach öffentlich ein grosses Dankeschön aus: «Ich habe vom Trainerteam, von der Mannschaft, von Bayern viel Support bekommen.»
Mitspieler wissen Bescheid
Hintergrund seiner emotionalen Worte: seine Zusammenbrüche in zwei Testspielen in der Saisonvorbereitung, die für die Öffentlichkeit Schreckmomente waren. Es handelte sich um neurologische Dysfunktionen, die kurze Bewusstseinsstörungen (Absencen) auslösen. Bei Musiala wurde die Medikation danach wieder gesteigert und Aufbau-Training gemacht – und nun folgte eben der famose CL-Auftritt.
Spannend: Wie die «Bild» berichtet, sind seine Mitspieler genau geschult, was sie machen müssten, sollte Musiala im Training oder im Spiel erneut umkippen. Zu sehen war dies bei seinen letzten Anfällen. Beim ersten Anfall im Test gegen Leipzig reagierte Neuzugang Ismael Saibari blitzschnell, rannte sofort zu Musiala und stützte ihn. Beim zweiten Mal in Heidenheim war es Harry Kane, der dafür sorgte, dass Musialas Kopf nicht auf den Boden knallte.
«Wir sind alle darauf vorbereitet»
«Wie man es im Spiel auch schon gesehen hat: Man geht hin, versucht, dass man ihn auf den Boden legt. Dann haben wir die Ärzte und Physios, die sich dann darum kümmern», so Joshua Kimmich: «Generell ist es für uns wichtig, dass wir wissen, dass nichts passieren kann, dass man in der Situation mit Ruhe reagiert. Generell wissen wir, dass er so einen Moment haben kann. Wir sind alle darauf vorbereitet und haben deshalb keine Sorge.»
«Ich will einfach meine Leistung wieder bringen», sagte derweil Musiala, der eineinhalb schwere Jahre hinter sich hat – nicht nur wegen der neurologischen Dysfunktionen: Bei der Club-WM im Sommer 2025 hatte er sich einen Beinbruch inklusive schwerer Sprunggelenksverletzung zugezogen.
Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredakteur und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.
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