5-Jährige ins WC gezerrt und misshandelt: Mann bleibt in U-Haft

- Ein Mann wird verdächtigt, ein fünfjähriges Kind im Basler Oekolampad-Park sexuell missbraucht zu haben.
- Der 23-Jährige sitzt in Untersuchungshaft, er beantragte seine sofortige Freilassung. Das Gericht lehnte das ab.
- Gegen den Beschuldigten wird wegen Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, Körperverletzung und versuchter Tötung ermittelt.
Ein 23-jähriger Mann soll am 18. Dezember 2025 im Basler Oekolampad-Park im Basler Iselinquartier ein fünfjähriges Mädchen in eine WC-Anlage gezerrt und dort sexuell misshandelt haben. Die Grossmutter des Mädchens soll er zuvor zu Boden gestossen und verletzt haben. Am Tag nach der Tat soll er mit einem Messer auf eine Person losgegangen sein.
Seit dem 19. Dezember 2025 sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Seit Januar 2026 ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Vergewaltigung, sexueller Handlung mit einem Kind, Freiheitsberaubung, Körperverletzung sowie versuchter vorsätzlicher Tötung. Als die U-Haft im März 2026 um weitere drei Monate verlängert wurde, ging der Beschuldigte in Berufung: Er forderte seine sofortige Haftentlassung.
«Diffuse DNA-Spur»
Sein Verteidiger kritisierte, dass die «diffuse DNA-Spur» nicht eindeutig zeige, dass sein Mandant der Täter sei. Auch für den Messerangriff vom 19. Dezember 2025 gebe es keine klaren Beweise.
Das Appellationsgericht Basel-Stadt hat die Beschwerde abgelehnt, wie einem kürzlich veröffentlichten Entscheid zu entnehmen ist. Es sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte «innerhalb von zwei Tagen jeweils zufällige Opfer in deren physischer, psychischer bzw. sexueller Integrität massiv verletzt hat», schreibt das Gericht.
«Sie wissen, er ist krank»
Für das Gericht zeichneten die verschiedenen DNA-Spuren, Videoaufnahmen und Zeugenaussagen ein klares Bild. Beim Messerangriff folgte etwa ein Personenspürhund einer Fährte vom Tatort bis zum Wohnort des Beschuldigten. Dort wurden auch Blutspuren gefunden.
Das Gericht führt unter anderem auch Aussagen der Eltern des Beschuldigten auf. Diese hätten in der Einvernahme gesagt, ihr Sohn leide unter gravierenden psychischen Problemen. «Sie wissen, er ist krank», sagte etwa der Vater, während die Mutter von Verfolgungswahn und Wahnvorstellungen berichtete. Das Appellationsgericht bejaht deshalb eine Rückfallgefahr. Der Mann bleibt deshalb weiterhin in Untersuchungshaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Bist du minderjährig und von sexualisierter Gewalt betroffen? Oder kennst du ein Kind, das sexualisierte Gewalt erlebt?
Hier findest du Hilfe:
Kokon, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
Castagna, Beratungsstelle bei sexueller Gewalt im Kindes- und Jugendalter
Clickandstop.ch, Online-Meldestelle der Stiftung Kinderschutz Schweiz
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Bist du selbst pädophil und möchtest nicht straffällig werden? Hilfe erhältst du bei Forio, Beforemore und bei den UPK Basel.
Jeanne Dutoit ist Korrespondentin der Lokalredaktion Basel.
Pina Olivia Wiemer (pow) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie ist seit Mai 2026 Praktikantin bei der Lokalredaktion Basel.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.

