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Saturday, August 22, 2026

QR-Code soll gefälschte Betreibungsauszüge in Sekunden entlarven

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  • Im Kanton Thurgau werden Betreibungsregisterauszüge künftig mit einem QR-Code zur Echtheitsprüfung versehen.
  • Hintergrund sind neun Anzeigen wegen gefälschter Auszüge seit 2024 – sieben davon bei Wohnungsgesuchen.
  • Das Pilotprojekt läuft im Bezirk Arbon; bei Erfolg soll es ab dem 31. August kantonal eingeführt werden.

Wer im Thurgau künftig einen Betreibungsregisterauszug vorlegt, soll dessen Echtheit innert Sekunden per QR-Code belegen können. Der Kanton testet das System derzeit im Bezirk Arbon. Hintergrund sind gefälschte Auszüge – vor allem bei Wohnungsgesuchen.

«Leider werden Betreibungsregisterauszüge heute immer wieder gefälscht», sagt Roger Wiesendanger, Amtsleiter des Thurgauer Amts für Betreibungs- und Konkurswesen. Ein Stempel und eine Unterschrift allein seien entsprechend keine ausreichende Garantie für die Echtheit eines Dokuments. «Solange hybride Betreibungsregisterauszüge – also sowohl in physischer als auch in digitaler Form – erstellt und ausgegeben werden, besteht ein Bedürfnis nach einer einfachen und zuverlässigen Echtheitsprüfung.»

Für Wohnungssuche gefälscht

Seit 2024 registrierte die Kantonspolizei Thurgau neun Anzeigen wegen gefälschter Betreibungsregisterauszüge. Sieben der neun gefälschten Dokumente wurden bei Wohnungsgesuchen eingesetzt, zwei bei Kreditanträgen.

Wie genau die Auszüge manipuliert wurden und wie die Fälschungen aufflogen, verrät die Polizei nicht. Weitere Angaben mache man aus «ermittlungstaktischen Gründen» nicht.

Nach Scan erscheint digitale Version

Mit dem neuen QR-Code soll sich ein vorgelegter Auszug direkt überprüfen lassen. Wer ihn scannt, braucht weder eine App noch einen Login. Im Browser öffnet sich eine digitale Eins-zu-eins-Version des Auszugs. Angaben zur Person und zu bestehenden Betreibungen werden hervorgehoben. Zudem zeigt das System an, ob das Dokument noch gültig ist.

Für das Scannen des QR-Codes sei weder eine App noch ein Login erforderlich. (Symbolbild)

Für das Scannen des QR-Codes sei weder eine App noch ein Login erforderlich. (Symbolbild)PhotoAlto

Die Einsicht ist zeitlich beschränkt: «Fünf Minuten hat der Prüfende Zeit, um die Echtheit zu prüfen», schreibt der Kanton. Danach wird der Link auf dem Smartphone ungültig. So sollen sensible Daten nur während der Prüfung einsehbar sein.

Schuldenfalle Steuern und Krankenkasse

Wie viele Menschen im Thurgau tatsächlich betrieben werden, kann das Amt für Betreibungs- und Konkurswesen nicht sagen. Zwar erfasst es die Zahl der Betreibungen, wertet aber nicht aus, wie viele unterschiedliche Personen dahinterstehen. Auch nach Gründen werden die Betreibungen nicht aufgeschlüsselt.

In der Schweiz gehören laut Amt Steuern und Krankenkassenprämien zu den häufigsten problematischen Schuldenarten. Hinzu kommen etwa Kredite und Kreditkarten, Mieten, Telekom-Rechnungen, Gesundheitskosten, Leasing, Online-Einkäufe oder Bussen.

Der QR-Code wird zunächst im Bezirk Arbon getestet. Läuft das Pilotprojekt ohne relevante Fehler, soll die Echtheitsprüfung ab dem 31. August in allen Thurgauer Bezirken eingeführt werden. Zusätzliche Kosten entstehen für die Bevölkerung vorerst nicht.

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Ammar Jusufi

Ammar Jusufi (amj), Jahrgang 2001, arbeitet seit November 2024 für 20 Minuten. Nach seinem Praktikum im Ressort Ostschweiz ist er nun Redakteur im Ressort People.

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