Strassen überflutet: Bangkok ruft nach Dauerregen Notstand aus

Darum gehts
- Bangkok hat wegen massiver Überschwemmungen für alle 50 Stadtbezirke den Katastrophenfall ausgerufen.
- Seit Donnerstag sind fast 300 Millimeter Regen gefallen – Kanäle sind überschwemmt, viele Häuser und Restaurants stehen unter Wasser.
- Eine Anwohnerin beschreibt die Lage als «schlimmer als die Flut von 2011», bei der über 500 Menschen ums Leben kamen.
Die Behörden in Bangkok haben wegen starker Überschwemmungen am Samstag für alle 50 Bezirke der thailändischen Hauptstadt den Katastrophenfall ausgerufen. Seit Donnerstagnachmittag habe es beinahe ununterbrochen geregnet, wodurch die Strassen überflutet seien, berichteten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP.
Dem Gouverneur zufolge sind seit Donnerstag in Bangkok fast 300 Millimeter Regen gefallen. Durch die Ausrufung des Katastrophenfalls können die örtlichen Behörden Notfallmassnahmen ergreifen. Die Kanäle der Stadt seien angeschwollen und viele der an den Ufern gelegenen Häuser und Restaurants stünden unter Wasser, teilten die AFP-Journalisten mit.
«Schlimmer als die Flut von 2011»
Auch ein News-Scout erlebt die Überschwemmungen derzeit. «Es regnet zwar schon oft hier, aber zurzeit ist es mehr als sonst», erzählt er. Am Samstag bleiben die Strassen leer, so der Leser – auch diejenigen, die nicht überschwemmt sind. «Auch einige Läden sind zu. Alle wollen lieber zu Hause bleiben».
«Das Wasser steigt immer weiter. Es ist jetzt schwierig, rauszugehen. Es steht mir mittlerweile bis zur Hüfte», sagte die Verkäuferin Somkid Pheuk-ngam zu AFP. Ihr Laden sei bereits seit zwei Tagen geschlossen. Überschwemmungen seien in Bangkok nicht selten, aber sie glaube, «dieses Mal ist es schlimmer als die Flut von 2011». Im Jahr 2011 waren bei starken Überschwemmungen in Thailand mehr als 500 Menschen getötet und Millionen Häuser zerstört worden.
«Wir geben unser Bestes»
Der Gouverneur von Bangkok, Chadchart Sittipunt, erklärte, der Osten der Stadt sei am stärksten betroffen und warnte vor weiteren Regenfällen. «Es regnet ununterbrochen, und wir geben unser Bestes. Wir versuchen, das Wasser abzupumpen, aber die Kanäle sind voll», schrieb er in Onlinediensten. Die grösste Gefahr drohe den Anwohnern entlang der Kanäle, betonte er.
Sittipunt empfahl den Einwohnern, ihre Autos in Sicherheit zu bringen. Dafür wurde ein Parkhaus kostenlos nutzbar gemacht. Auf medizinische Hilfe angewiesenen Menschen riet er, sich in Krankenhäuser zu begeben.
Der Katastrophenschutz warnte vor Tiefdruckgebieten über Ost-, Nordost- und Zentralthailand bis Sonntag. Es könne zu Sturzfluten und Schlammlawinen kommen, erklärte die Behörde.
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Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
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